Daher ist er nicht in einer beneidenswerten Position: Er vertritt nicht nur die schwer über einen Kamm zu scherenden Interessen der Aussteller und der Veranstalter (was nicht das gleiche ist), der Besucher und der Messegesellschaften. Er muß darüber hinaus mit einem Eingreifen des Bundeskartellamts rechnen. Zwar wurde von Anfang an mit den Berliner Kartellhütern verhandelt mit dem "Erfolg", daß die Formulierungen immer schlaffer wurden. Dennoch gab das Amt – wie Kurt Schoop sagt – "nicht grünes, sondern gelbgrünes Licht". Kartellbeamte sind immer noch der Meinung, bei enger Auslegung der Verfahrensordnung werde eine Wettbewerbsverzerrung oder gar -Verhinderung nicht auszuschließen sein.

So könnte sich das Kartellamt zum Beispiel einschalten, wenn der Auma seine über einen potentiellen Veranstalter gesammelten Informationen – wie in der Verfahrensordnung vorgesehen – "unter den Interessierten austauschen" würde. So etwas wäre durchaus als Wettbewerbsbehinderung anzusehen.

Hermann Kulla vom BDI meint dazu: "Wenn das Bundeskartellamt eingriffe, wäre paradoxerweise der letzte Beweis dafür erbracht, daß die Verfahrensordnung funktioniert." Und mehrere Messedirektoren stimmen ein: "Wir hoffen sehr, daß einmal ein solcher Fall durchgestanden werden muß."