Jetzt wird man sich auch in Paris daran machen, Parkuhren aufzustellen. Zunächst einmal und bis zum ersten Oktober, dem Tag ihrer Fertigstellung, dreitausend – Stück. Danach wird man weitersehen. Dies wurde soeben im Stadtrat beschlossen. Aber einer, der sofort weitersah, war der Stadtverordnete Pierre Krieg, Mitglied der gaullistischen Partei.

Dieser Deputierte gehört zu denen, die nicht so stimmten, wie es erwartet worden war. Gegen die Parkuhren stimmten erwartungsgemäß die Linken (Kommunisten und Sozialisten). Für die Parkuhren stimmte die gaullistische Mehrheit mit ihrem Anhängsel, den „Unabhängigen“. Die Zentristen blieben, wie schon ihr Name sagt, in der Mitte: nicht rechts, nicht links von den Parkuhren, sondern enthielten sich der Stimme. Und da die, wie daraus zu ersehen war, Parkuhrfreunde mit 46 Stimmen über die 31 Parkuhrgegner siegten, wobei die zentristischen Stimmenverweigerer die Unglückszahl Dreizehn ausmachten, so hätte am Ende eitel Friede geherrscht, wenn nicht Krieg gewesen wäre. Er stimmte nicht so, wie er als Mitglied der Mehrheit hätte stimmen sollen. Er hat es durch eine eindrucksvolle Interpellation anscheinend sogar fertiggegebracht, dem einen oder anderen Gaullisten die Freude an der Parkuhr zu verderben.

Pierre Krieg ist also gegen Parkuhren. Und eine Binsenweisheit, daß hier auch wirklich Einwände möglich sind. Hat doch die Stadt Amiens eben erst ihre schon vorhandenen Parkuhren außer Betrieb gesetzt! Logisch wäre aber, daß einer, der Gaullist und also für Ordnung ist, kein Feind, sondern ein Freund der Parkuhren wäre, diesen mechanischen Wächtern, die in Paris für einen halben und einen ganzen Franc ab Oktober unermüdlich ihre Pflicht tun werden.

„Eben nicht!“ sagt Krieg. „Anstatt daß sie für Ordnung sorgen, verfahren sie zum Gegenteil.“

Obwohl es sich um einen Abgeordneten mit sehr deutschem Namen handelt, behaupte ich, daß wir einen tiefen Blick in die Seele der Franzosen tun, wenn wir diesen Krieg bei seiner Betrachtung zukünftiger Parkuhren betrachten. Wir werden dabei bestätigt finden, daß auch der heute so oft zitierte Begriff „Ordnung“ höchst zweifelhaft und jeder Deutung ausgesetzt ist.

Pierre Krieg jedenfalls sah vor seinem geistigen Auge eine Parkuhr, und schon schoß ihm der Gedanke durch den Kopf, es wäre doch gelacht, wenn man nicht, anstatt einen halben oder einen ganzen Franc, kleine Metallplättchen in den Schlitz stecken könnte: Betrug, pfui!

„Und damit noch nicht genug“, so rief er im Stadtparlament aus, „denken wir daran, wie einfach es ist, im Winter, wenn es friert, Wasser hineinzuschütten, das dann zu Eis wird!“ Beschädigung öffentlicher Anlage, pfui, pfui!