ZEITSPIEGEL

"Die Außenpolitik der DDR dient dem schönen und sinnvollen Leben."

Neues Deutschland

SED-Zentralorgan

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Vorzeitige Neuwahlen sind kein Malheur."

Bruno Kreisky

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österreichischer Bundeskanzler

"Sie sehen in mir ein Mundstück, das ausspricht, was sie nicht sagen können."

Herbert Hupka

Vorsitzender der schlesischen Landsmannschaft

über die Schlesier

"Die Landsmannschaften dürfen nicht zu unpolitischen Museumswächtern des ostdeutschen Volkstums degradiert werden."

Alfons Goppel

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bayerischer Ministerpräsident

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"Es muß klar sein, wer die Nummer eins ist, dafür stehe ich zur Verfügung."

Rainer Barzel

"Ich weiß nicht, was die Opposition ist. Ich sehe, daß die Opposition im Augenblick aus einer Reihe von Kanzlerkandidaten besteht und lebhaft damit beschäftigt ist, sich gegenseitig Vorhaltungen zu machen."

Horst Ehmke

Bundesminister im Kanzleramt

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"Für mich beginnt im Herbst der politische Frühling." Rainer Barzel

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"Die holzgeschnitzte Idealfigur, die neben ätherischer Transparenz auch noch über genügende parlamentarische Kampfbereitschaft verfügt, gibt es nicht." Franz Josef Strauß

vor der Landesversammlung der Jungen Union

über den "Idealpolitiker"

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"Wir – das sind wie bisher wir mit Adolf von Thadden und Adolf von Thadden mit uns." Ernst Aurich

NPD-Funktionär

zum 50. Geburtstag seines Parteiführers

"Die Münchner Justiz hat der erotischen Literatur wieder einmal unter den Rock gegriffen." Die Woche

Zeitung in Regensburg

Kunst und Schinken

Unterschiedliche private Interessen bewiesen die Bewacher der französischen Spitzenpolitiker beim jüngsten Konsultationstreffen in Bonn. Für die Dauer der Konferenz zwischen Bundeskanzler Brandt, Staatspräsident Pompidou und Premierminister Chaban-Delmas ihrer amtlichen Aufgaben ledig, kauften die Sicherheitsbeamten, des französischen Präsidenten unter anderem westfälischen Knochenschinken und ein Bierseidel mit Musik ein. Der Bewacher des französischen Premiers hingegen, der ein begeisterter Klavierspieler ist, besuchte den alten Bonner Friedhof, wo Robert und Klara Schumann begraben liegen.

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Elektronische Rechtsauskunft

Spätestens im Jahre 1975 will das Bundesjustizministerium eine Datenbank installieren, in der sämtliche juristischen Informationen aus Gesetzgebung, Rechtsprechung und einschlägiger Fachliteratur gespeichert werden. Die Datenbank soll nicht nur Juristen, sondern auch jedem Laien zur Verfügung stehen, der eine Rechtsauskunft sucht. Geplant ist sogar, jedes Amtsgericht mit einer Abrufanlage auszustatten, mit deren Hilfe der Computer sofort befragt werden kann.

Gut gedrillt

Die Entspannungspolitik scheint ins Stocken zu geraten. Selbst durch gütliches Zureden ließen sich die vier sowjetischen Pferde auf dem internationalen Springturnier in Aachen nicht dazu bewegen, von Bundespräsident Heinemann Zucker anzunehmen. Während alle anderen Pferde dem Präsidenten aus der Hand fraßen, wandten die sowjetischen Gäule konsequent die Köpfe ab.

Ratgeber

Der Parteivorstand der CDU hat sich eine stattliche Phalanx von Fachleuten zugelegt, die ihn künftig in außenpolitischen Fragen beraten sollen. Der Kommission gehören unter anderen die Professoren Buchheim (Politische Wissenschaften), Domes (Ostkunde), Kimminich (Völkerrecht), Meißner (Ostrecht), Rhode (Neuere Geschichte) und Schwarz (Politische Wissenschaft) an. Zu den Mitgliedern zählen außerdem der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Staatssekretär a. D. Neef, sowie die Journalisten Dieter Cycon ("Welt"), Botho Kirsch ("Deutsche Welle"), und Karl-Gustav Ströhm ("Deutsche Zeitung") an. Vorsitzender des Gremiums wird der Bundestagsabgeordnete Leisler Kiep sein.

Nur Ostberliner Vertreter

Der Staatsrat der DDR hat jetzt auf Grund eines Volkskammerbeschlusses die Wahlen zur Volkskammer und zu den Bezirkstagen der DDR ausgeschrieben. Sie sollen am 14. November stattfinden – fast ein Vierteljahr später, als es die DDR-Verfassung vor-– schreibt. Als Grund für die Verschiebung galt, daß die DDR-Regierung der Sowjetunion eine Aufwertung der Ostberliner Abgeordneten abringen wollte, die bei den letzten Wahlen vor vier Jahren nicht direkt gewählt worden waren. Nach dem Wahlgesetz der DDR werden sie – ebenso wie die Westberliner Bundestagsabgeordneten – als "Vertreter" in die Volkskammer entsandt. Die Ausschreibung der Wahlen läßt eine Änderung dieser Praxis nicht erkennen. Während der Viermächteverhandlungen will die Sowjetunion offenbar jede Veränderung des Status Berlins vermeiden.