Die Währungsspekulanten aus aller Welt haben ihr Opfer gesucht und gefunden: den französischen Franc. Die bisher stets abwertungsverdächtige Währung kam unvermittelt ins Aufwertungsgerede. Und Frankreichs Superminister Giscard d’Estaing hat alle Mühe, die Spekulanten davon zu überzeugen, daß sie ihre Künste am untauglichen Objekt ausprobieren.

In der Tat ist es sehr unwahrscheinlich, daß die Pariser Regierung in den nächsten Monaten eine Aufwertung beschließen könnte. Sie hat genug Übung im Umgang mit dirigistischen Maßnahmen, um einen unerwünschten Devisenzustrom in ungefährliche Bahnen zu lenken. Die ohnehin seit Herbst 1968 gültige Devisenbewirtschaftung braucht nur verschärft zu werden, um den Traum von Aufwertungsgewinnen illusorisch zu machen.

Dabei scheint es, daß für Frankreich gar kein anderer Ausweg als die Flucht in den Devisendirigismus bleibt. Das zeigt nur einmal mehr die Schwächeunseres internationalen Währungssystems: So leicht es ist, Krisen zu provozieren, so schwer sind sie mit marktgerechten Mitteln zu lösen. Doch darüber Zerbrechen sich die französischen Währungsexperten nicht den Kopf. Sie lachen sich ins Fäustchen, daß die ungebetene Spekulation das Prestige ihrer Währung immens aufgewertet hat. smi