Boehringer Ingelheim: Eine Milliarde umgesetzt

Im Vorgriff auf das Publizitätsgesetz, daß auch bisher nicht publizitätspflichtige Unternehmen von einer bestimmten Größenordnung an die Veröffentlichung ihrer Jahresbilanz vorschreibt, hat jetzt die Kommanditgesellschaft C. H. Boehringer Sohn, Ingelheim, zum erstenmal Zahlen bekanntgegeben. Das Unternehmen im Besitz der Familien Boehringer und Liebbrecht setzte 1970 mit in- und ausländischen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften 1,043 Milliarden Mark (+ 9,8 Prozent), davon 70 Prozent im Pharmabereich, um. Damit gehört das Unternehmen zu den drei größten Arzmittelherstellern der Bundesrepublik und den zwölf größten der Welt. Über den Ertrag, der noch nicht bekanntgegeben wurde, heißt es lediglich, er sei auf Grund der starken Kostensteigerungen um rund 20 Prozent zurückgegangen.

Ruhrgas: Neue Aktien zu pari

Die Aktionäre der Ruhrgas AG – Kohlealtgesellschaften, Erdgasproduzenten sowie Shell und Esso – können zufrieden sein. In drei Jahren hat sich die Anfangsdividende von 6 Prozent auf 12 Prozent verdoppelt. Jetzt können sie 40 Millionen Mark junge Aktien zu pari beziehen. Außerdem wird genehmigtes Kapital in Höhe von 80 Millionen Mark geschaffen. Die Aktionäre können auch weiter mit einer hohen Rendite ihrer Aktien rechnen, da nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Herbert Schelberger das dynamische Wachstum der Gasindustrie anhält. Im ersten Halbjahr 1971 stieg der Absatz der Gesellschaft um 32 Prozent.

Rheinmetall: Dividende gekürzt

Die zu knapp 78 Prozent zur Röchling-Gruppe gehörende Rheinmetall Berlin AG hat im Geschäftsjahr 1970 trotz eines Umsatzanstiegs um 16 Prozent auf 280,4 Millionen Mark Ertragseinbußen hinnehmen müssen. Aus einem von 5,25 auf 4,5 Millionen Mark gesunkenen Gewinn wird eine um zwei auf 12 Prozent gekürzte Dividende vorgeschlagen. Die Ertragsschmälerung durch die Lohn- und Materialkostensteigerungen konnte nicht aufgefangen werden, obwohl das Unternehmen schätzungsweise zu 75 Prozent mit Bundeswehraufträgen beschäftigt ist, die mit Preisgleitklauseln ausgestattet sind.

Hamburg-Mannheimer: Ertrag zuerst

Mit einem Neuzugang an Versicherungssumme von 1,96 (2,06) Milliarden Mark (– 4,9 Prozent) ist die Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG, Hamburg, hinter dem Verbandsdurchschnitt zurückgeblieben. Das ist – wie der Vorstand erklärt – im wesentlichen auf einen gewollten Rückgang im Gruppengeschäft zurückzuführen, das in den Vorjahren überdurchschnittlich expandiert hatte. Im Geschäftsjahr 1970 habe man sich stark den organisatorischen Dingen gewidmet und damit dem Ertrag den Vorzug gegeben. Dennoch hat sich der Jahresüberschuß um 3,6 Prozent auf 101,9 Millionen Mark vermindert, nicht zuletzt das Resultat hoher Wertpapierabschreibungen. Die Aktionäre erhalten wieder 10 Prozent Dividende.