• Die Zahl der ostpakistanischen Flüchtlinge in Indien ist auf fast sieben Millionen angewachsen, von denen etwa 4,3 Millionen in Lagern leben. Eine politische Lösung ist nicht in Sicht.

Die Weltbank will nach einem Bericht der New York Times die Entwicklungshilfe an Pakistan für wenigstens ein Jahr aussetzen. Wegen der politischen Brisanz der Untersuchung wollte Weltbankpräsident McNamara die Studie vertraulich behandeln. Nach den in der Zeitung publizierten Auszügen der Studie ist in fünf Städten Ostpakistans die Zahl der Bewohner von 584 000 auf 196 000 abgesunken; in einem Fall – Kushtia – von 40 000 auf 5000. „Kushtia ist das My Lai der westpakistanischen Armee“, schrieb dazu ein niederländisches Mitglied der Delegation, die Ostbengalen besuchte. Präsident Yahya Khan will angeblich jetzt UN-Beobachter zulassen. Aber nach dem Bericht der Weltbank gibt es keinen Zweifel, daß die pakistanische Armee ihre Strafexpedition fortsetzt.

  • In Kambodscha haben südvietnamesische Truppen mit einem Großangriff gegen nordvietnamesische Nachschubwege begonnen. An der militärischen Aktion nehmen 10 000 Soldaten teil, die von 200 Panzerfahrzeugen unterstützt werden. Das Angriffsgebiet erstreckt sich auf dreißig Kilometer Tiefe. Die an dem Vorstoß beteiligten Truppen waren bis auf eine Panzerbrigade schon in Kambodscha stationiert.
  • Nordirland erlebt eine neue Phase blutiger Gewalttaten der verbotenen „Irischen Republikanischen Armee“ (IRA), deren Ziel die Unabhängigkeit Ulsters von London ist. Seit Februar des Jahres wurden zehn Soldaten getötet. In der vergangenen Woche „befreite“ die IRA gewaltsam einen Verwundeten aus einem Belfaster Krankenhaus. Nur einen Tag später richtete eine Explosion im Belfaster Druckhaus der Londoner Tageszeitung Daily Mirror großen Sachschaden an. Der Mirror hatte in den vergangenen Wochen die IRA kritisiert und sechs Mitglieder der nordirischen Opposition aufgefordert, ihren Boykott des Parlaments aufzugeben.