Andererseits ist unter den Jugendlichen auch eine gänzlich entgegengesetzte Haltung zu beobachten. Ich meine damit diejenigen, die Opposition um jeden Preis praktizieren, diejenigen, die von vornherein alles verneinen, ohne sich damit auseinandergesetzt zu haben. Nur auf Grund dieser Haltung kann man sich das Entstehen von häufig angewandten Schlagworten wie zum Beispiel "Trau keinem über 30" erklären.

Wir müssen uns fragen, wie diese beiden Strömungen, die eine extreme Haltung widerspiegeln und die sich beide gleichermaßen destruktiv auswirken, entstehen konnten. Sind diese Haltungen dem Desinteresse, der Bequemlichkeit oder gar der Unfähigkeit der Schüler zuzuschreiben? Sind diese Haltungen etwa Ausdruck eines Nihilismus unter den Jugendlichen oder spiegeln sie ganz einfach den "Zeitgeist" wider?

Ich habe in der Erziehung zum "Kritischen Denken" eine der wichtigsten Aufgaben der Schule, insbesondere des Gymnasiums, gesehen. Ich kann heute sagen, daß diese Aufgabe nicht ausreichend bewältigt worden ist. Ein solches Versagen ist jedoch kein Versagen der Schule allein, sondern ein weitgehendes Versagen der drei Komponenten, die die Schule tragen, nämlich Lehrer, Schüler und Eltern.

Dies zu ändern, meine Damen und Herren, fordere ich Sie auf! Idi danke Ihnen. Ingrid. Holtty