Aus einem Bericht des „Regensburger Tagesanzeigers“ zum Tode des Fürsten Franz Josef von Thurn und Taxis:

Der 29jährige Josef hatte ihn sechs Jahre lang bedient. „Er war ein Mensch, wie es keinen anderen mehr gibt“, sagte der blonde Lakai, „alle Leute haben ihn geliebt.“ Und der Verwalter von Schloß Haus, des Lieblingsaufenthaltes des vor zwei Tagen verstorbenen Fürsten Franz Joseph von Thurn und Taxis, spricht nur von „unserem Fürsten“. ... Trauer durchzieht die großen Räume, die immer noch Zeugnis geben von der großen Leidenschaft des Verstorbenen: der Jagd. „Sein Leben war die Jagd“, berichtete der Lakai, und der Schloßverwalter fügt hinzu: „Noch kurz vor seinem Tod hatte er den Wunsch geäußert, einmal noch seinem geliebten Waidwerk nachgehen zu können.“

Alle kannten ihn als umgänglichen Mann. Auch mit der Nachbarschaft und den Dorfbewohnern von Hagelstadt und Thalmassing kam er gut aus, sprach gern mit ihnen und versäumte nie zu fragen: „Na, wie geht’s?“ Fürst Franz Joseph war überall beliebt. Sein junger Lakai Josef, der ihn sechs Jahre lang bedient hatte, spricht jetzt noch von dem „besten Menschen“ und bezeichnete ihn sogar als „zweiten Vater“ ...

„Pompöse Feste mochte er gar nicht, er war still, aber nicht menschenscheu. Unser Fürst liebte die Natur und vor allem auch die Blumen.“ Lakai Josef: „Die Rosen waren ihm ans Herz gewachsen. Sie durften nie abgeschnitten werden. Wenn er am frühen Morgen seine erste Zigarette rauchte, hat er dabei immer die welken Blüten abgezupft.“

Die Dienerschaft und der Schloßverwalter lobten immer wieder die Menschlichkeit des nun Verstorbenen. Alle von ihnen hatte er geduzt, zumindest aber mit dem Vornamen angesprochen. „Und immer war er für uns da, wenn wir Sorgen hatten.“ Lakai Josef erzählte von einem kleinen Erlebnis, das er nie vergessen werde: Als sein Auto kaputt war und er kein Geld für die Reparatur hatte, ging er zu Fürst Franz Joseph. „Und wissen Sie, was er getan hat? Er hat mir die Reparatur bezahlt, damit ich mit meinem Wagen zu meinen Eltern fahren konnte.“

In seinen letzten Stunden hatte er noch an diejenigen gedacht, die immer für ihn da waren und zu denen er, so der Lakai, „ein noch tieferes Verhältnis hatte als zu den Adeligen“: Die Dienerschaft soll von dem neuen regierenden Fürsten Karl August oder von Prinz Johannes übernommen werden. „Wir bleiben doch gern im fürstlichen Hause“, meint das Personal. Und abschließend schilderte der Schloßverwalter den überaus beliebten Fürsten mit folgenden Worten: „Er war christlich und sehr gut allen anderen gegenüber. Er war nicht launisch und nicht nachtragend. Standesdünkel; wie man ihn oft noch sieht, gab es bei ihm nicht. Er war eben ein Mann, den man verehren und anerkennen mußte.“ Und wer könnte besser von Fürst Franz Joseph sprechen als diejenigen, die Tag für Tag mit ihm beisammen waren?