Schmier- und Bestechungsgelder, mit denen sich deutsche Unternehmen Auslandsaufträge „erkaufen“, sollen nach dem Willen der SPD-Steuerreformkommission unter Entwicklungsminister Erhard Eppler nicht mehr als Betriebsausgaben von der Einkommensteuer abgesetzt werden.

Was wollen Sie mit Ihrem Plan erreichen?

Offergeld: Es ist wohl eine unbestrittene Tatsache, daß die Korruption ein großes Übel in den Entwicklungsländern ist. Ich halte es für einen Widersinn, wenn wir einerseits Milliarden ausgeben, um die Strukturen in diesen Ländern zu verbessern, und dann andererseits durch steuerliche Maßnahmen die Bestechung fördern, die eine gesunde Entwicklung in diesen Ländern stört.

Nun steht aber dieser entwicklungspolitische Gesichtspunkt in Konkurrenz zu einem ökonomischen Gesichtspunkt: Auslandsaufträge sind für viele deutsche Unternehmen lebenswichtig.

Offergeld: Natürlich gibt es da einen gewissen Zielkonflikt. Den haben wir auch durchaus gesehen und darum gesagt, daß es also sinnvoll sei, wenn es zu einer konzertierten Aktion der Industriestaaten gegen die Bestechung kommen könnte. Wir wollten einen Anstoß geben und anregen, daß man sich – etwa im Rahmen der UNO oder der OECD – um gemeinsame Regelungen bemüht.

Was soll zuerst kommen: die konzertierte Aktion oder die Streichung der Abzugsfähigkeit von Schmiergeldern?

Offergeld: Zuerst mal die konvertierte Aktion, weil natürlich mit einer isolierten Aktion der Bundesrepublik nicht sehr viel geholfen ist.