US-Präsident Richard Nixons Geste zur Aussöhnung mit der Volksrepublik China ließ auch in der Bundesrepublik wieder Träume jener wach werden, die auf „das große Geschäft“ mit China warten. Grund des Schweigens von Exporteuren und Industriellen: der gewaltige Exportmarkt von 800 bis 900 Millionen Chinesen.

Bislang freilich ist Chinas Außenhandel gering. Sein Anteil am Bruttosozialprodukt (80 Milliarden US-Dollar) beträgt weniger als fünf Prozent.

Die bedeutendsten Außenhandelspartner der VR China sind Japan, Hongkong, die Bundesrepublik und Großbritannien. Hohe Überschüsse erzielt China insbesondere aus dem Warenverkehr mit Hongkong. Das erlaubt ansehnliche Einkäufe in der nichtkommunistischen Welt. Der Handel Pekings mit kommunistischen Ländern geht dagegen ständig zurück. Ei beträgt nur noch 20 Prozent des Gesamtvolumens.

Eindeutig mit wirtschaftlichen Erwägungen haben denn auch Italien und Kanada ihren Entschluß begründet, diplomatische Beziehungen mit Peking aufzunehmen. Kanada hatte damit bereits Erfolg. Ende letzten Jahres gab der für das kanadische Weizenamt zuständige Minister Otto Lang den Abschluß eines neuen Weizenliefervertrages mit der VR China über 98 Millionen Busheis Weizen im Werte von rund 160 Millionen ‚kanadischen Dollar bekannt – den bisher größten einjährigen Liefervertrag Kanadas mit China.

Die im Frühjahr und Herbst in der chinesischen Stadt Kanton stattfindenden Messen sind die besten Kontaktmöglichkeiten für Händler aus der Bundesrepublik. Auch in Leipzig sind die Chinesen vertreten. Messen in der Bundesrepublik beschickten sie bislang noch nicht.

Die großen deutschen Banken unterhalten mit der Bank von China gegenseitige Kontoverbindungen. Bei der Zahlungsabwicklung wird den Chinesen – obwohl seit dem Zweiten Weltkrieg kein Handelsvertrag besteht – äußerste Korrektheit und Pünktlichkeit bescheinigt, kleine Anlagen und größere Maschinenlieferungen bezahlen sie meist bar. Deshalb verzichten deutsche Exporteure sogar gewöhnlich auf die Hermes-Ausfuhrkreditversicherung gegen Zahlungsausfall. Eine offiziöse Handelsvereinbarung gab es bereits einmal für ein Jahr 1958 zwischen der Handelskammer der VR China und dem Ostausschuß des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Nur noch ein Drittel des Handels zwischen der VR China und der Bundesrepublik (deutscher Import 1970: 308,6 Millionen; deutscher Export: 612 Millionen Mark) wird in Mark abgerechnet. Der überwiegende Teil in Renminbi-Yuan (Volkswährungs-Yuan, 1 Yuan = 1,49 Mark). Peking nämlich propagiert seine Währung als „stabilste Währung der Welt“. bke