Viele sind hartnäckig in bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in bezug auf das Ziel. Friedrich Nietzsche

Industrie-Denkmäler

Vom nächsten Jahr an wird eine Gruppe von fünf Ingenieuren und Kunsthistorikern sowie einem Photographen beginnen, charakteristische Industrieanlagen an Rhein und Ruhr zu „erfassen“ und die Dokumentation dann – zusammen mit dem Institut für Technik und Wirtschaft der Universität Bochum – wissenschaftlich auszuwerten. Sinn dieser lobenswerten Unternehmung ist es, „Industrie-Denkmale“ wie Arbeitersiedlungen, Fördertürme, Schiffshebewerke, Fabriken und dergleichen vor der Spitzhacke zu bewahren: als Zeugnisse technischer Kultur, als historisches Anschauungsmaterial. Bisher sind nur wenige Anlagen solcher Art durch die Gesetze des Denkmalschutzes gesichert.

Erfolg beim Hochschulbau

Am letzten Montag hat der Planungsausschuß für den Hochschulbau seinen Rahmenplan für die Jahre 1972 bis 1975 verabschiedet. Der Ausbau zielt auf eine Zahl von 665 000 Studenten; im Plan sind 1055 Hochschulbau-Projekte für 28 Milliarden Mark aufgeführt. Davon sollen 16 Milliarden Mark bis 1975 ausgegeben werden. Bund und Länder tragen die Kosten jeweils zur Hälfte. Der Beschluß über den erstmals aufgestellten Rahmenplan wurde in nur zwei Sitzungen herbeigeführt und kam einstimmig zustande. Das lohnt sich deshalb hervorzuheben, weil die erfolgreiche Arbeit von den selben Leuten geleistet wurde, die in der vorigen Woche noch den Bildungsgesamtplan platzen ließen, von den Kultusministern der Länder und von Bundeswissenschaftsminister Leussink. Der Grund für die Friedfertigkeit? Zum einen hatte die Zeit nicht gelangt, um die Probleme des Hochschulausbaus ideologisch aufzuladen; zum anderen sind die Kompetenzen des Bundes bei dieser „Gemeinschaftsaufgabe“ klarer als beim Bildungsgesamtplan. Aber vor allem: Der Bund hatte Geld zu vergeben und nicht nur gesellschaftspolitische Ziele.

Sex durchs Telephon

Seit einem Monat droht der amerikanische Bestseller „Everything You Always Wanted to Know About Sex – But Were Afraid to Ask“ von der Erfolgsleiter zu fallen. Denn seit einem Monat greift der Amerikaner lieber zum Telephon als zum Buch, um alles über Sex zu erfahren, was ihn schon lange plagt, er aber nicht zu sagen wagt. Unter der Nummer Manhattan 212-867-9044 steht ihm die von der 28jährigen Krankenschwester und Psychologin Ann Welbourne gegründete „Community Sex Information and Education Service Inc.“ mit ihrem 35köpfigen Team (darunter zehn geschulte Soziologen und Psychologen) von morgens 9 Uhr bis abends 9 Uhr mit Rat zur Tat zur Verfügung. Bei den rund 160 Gesprächen, die zur Zeit täglich durch den heißen Draht laufen, handelt es sich vorwiegend um den Hilfeschrei verheirateter Männer.