• Noch immer überqueren trotz strömenden Monsunregens, der weite Teile Bengalens unter Wasser gesetzt hat, täglich zwischen 30 000 und 40 000 Ostpakistani die Grenze nach Indien. Die indischen Behörden gaben für den 11. Juli 6 849 972 registrierte Flüchtlinge an. Bis Ende des Monats wird mit 7,5 Millionen gerechnet. Von rund 1,2 Millionen Flüchtlingskindern sind 600 000 unterernährt, 300 000 vom Hungertod bedroht. Die Cholera fordert täglich etwa 60 Kinderleben. An Nahrungsmangel, Infektionskrankheiten und Verwundungen durch westpakistanische Soldaten sterben täglich schätzungsweise 7000 Menschen. Westpakistan trifft keine Anstalten, den Appellen nach einer Beendigung der Gewalttätigkeiten zu folgen.
  • In Nordirland sind die 10 000 britischen Soldaten nach zahlreichen Anschlägen der verbotenen Irischen Republikanischen Armee (IRA) von der Verteidigung zur Offensive übergegangen. Polizei und Armee fahndeten erfolgreich nach IRA-Anhängern und Waffen- und Munitionslagern. Dabei stellte sich heraus, daß die IRA Aktionen auf dem britischen Festland vorbereitet hat.
  • Die Spannungen auf der Mittelmeerinsel Zypern haben sich in der vergangenen Woche verschärft. Angeblich werden an der „Grünen Linie“, der Grenze zwischen griechischen und türkischen Zyprioten, auf beiden Seiten Truppen mit schweren Waffen konzentriert. Anlaß soll das Vorgehen türkischer Milizverbände gegen griechische Bauern gewesen sein, die an der Feldarbeit gehindert wurden. Die Türkei bereitet eine Luftbrücke nach Zypern vor. Ankara drohte, die seit 1968 geführten Gespräche über eine neue Verfassung für Zypern abzubrechen.