Für die Besitzer ausländischer Fondsanteile ist die Bilanz des I. Halbjahrs 1971 einigermaßen erfreulich. Von Fonditalia, Itac und Espac abgesehen, die sich der schlechten Börsenlage in Mailand und Madrid nicht entziehen konnten, wurden überall Gewinne erzielt. Allerdings haben diese Gewinne ein unterschiedliches Gewicht. Unsere „Erfolgsliste“ berücksichtigt nämlich nicht die Folgen, die für die Anleger durch die Aufwertung des Schweizer Franken sowie durch die Wechselkursänderungen bzw. -schwankungen der Mark und des holländischen Gulden eingetreten sind.

Rechnet man richtig, so entsteht bei Espac für deutsche Anleger noch ein kleines Plus. Der Espac wird auf Schweizer-Franken-Basis berechnet. Hier ist also eine siebenprozentige Aufwertung zu berücksichtigen. Da inzwischen jedoch die Mark international um etwa 6 Prozent teurer geworden ist, bleibt ein Währungsgewinn für den Franken von noch ca. einem Prozent. Er wird durch den Espac-Verlust nicht ganz aufgezehrt.

Wenn man zum Beispiel den „Erfolg“ des in Schweizer Franken notierenden Formula Selection Fund mit den Gewinnen der in Dollar bewerteten Fonds vergleicht, dann muß der deutsche Anleger bei den Dollarfonds einen Währungsverlust von rund sechs Prozent abziehen und beim Formula Selection ein Prozent hinzurechnen. Zwar hat der Formula Fonds auch Dollar-Aktien im Portefeuille; er ist aber gezwungen, die etwa eingetretenen Währungsverluste (durch die Frankenaufwertung) sofort im Ausgabepreis zu berücksichtigen. Bei Dollarfonds merkt der deutsche Anleger erst dann den eingetretenen Währungsverlust, wenn er seine Anteile veräußert und die gutgeschriebenen Dollar in Mark umwechselt. Ohne Währungsprobleme für den deutschen Anleger sind die in Mark notierenden Luxemburger Fonds Neckermann, Patrimonial und Valeurop.

Besitzer ausländischer Fondsanteile müssen außerdem die 8prozentige Markaufwertung des Jahres 1969 berücksichtigen. Natürlich nur dann, wenn sie ihr Engagement vor der Aufwertung eingegangen sind.

Spitzenreiter der ersten sechs Monate dieses Jahres war der Japan Selection Fund, dem es gelang, auf der Woge der japanischen Hausse erfolgreich mitzuschwimmen.

Beim IOS-Fonds IIT (auf Dollar lautend) ist für deutsche Anleger der keineswegs überwältigende Anlageerfolg von 7,6 Prozent bis auf ca. 1,6 Prozent durch die Markaufwertung wieder verlorengegangen. Die Unklarheiten in der IOS-Führung scheinen sich auf die Anlagepolitik des IIT immer noch ungünstig auszuwirken. K.W.