Mit dem Beschluß der Bundesregierung, deutschen Unternehmen bei der Aufnahme von Auslandskrediten sogenannte Bardepots abzuverlangen, kam es zu steigenden Kursen bei den deutschen Bankaktien. Es scheint so, daß das Kreditgewerbe in der Bundesrepublik mit der Einfühlung der Bardepots auch von den Großkunden ‚angemessene“ Kreditzinsen verlangen kann. Denn der Weg nach draußen ist ihnen möglicherweise verschlossen. Damit könnte eine Ertragswende eingeleitet sein. Sie kommt um so sicherer, als mit größter Wahrscheinlichkeit noch in diesem Herbst mit einer Zinssenkung in der Bundesrepublik zu rechnen ist. Das würde die Rentenkurse steigen lassen und den Abschreibungsbedarf auf die Rentenbestände zum Verschwinden bringen.

Weniger optimistisch sind die Anlageexperten für Aktien exportintensiver Unternehmen. Da nunmehr festzustehen scheint, daß wir mit einer sechsprozentigen Markaufwertung rechnen müssen, schwinden alle Hoffnungen auf eine Rickkehr zur alten Parität. Der höhere Mark-Kurs wird insbesondere der VW-Aktie weh tun, die mit 160 in der Nähe des Jahrestiefstkurses operiert. Wegen der in der VW-Hauptversammlung viel kritisierten Politisierung des Aufsichtsrates liegt das Papier ohnehin schon unter Druck. Es teilt sein. Schicksal neuerdings mit der Veba-Aktie, wo die – allerdings noch nicht spruchreifen – Pläne der Bundesregierung darauf abzielen, über das Einbringen der Bundesholding Viag den Bundesanteil wieder auf über 51 Prozent zu bringen

K. W.