Der ÖTV-Plan bleibt also – auch in Hannover – Utopie. "Der Vorschlag mag vernünftig sein", räumt Verkehrsdezernent Pällmann ein, "aber ohne Veränderung des Gesamtsystems Verkehr ist das im Augenblick nicht durchführbar." Auch die Gewerkschaft ÖTV geht davon aus, daß ein "generelles Umdenken" in der Verkehrspolitik erforderlich ist.

Die für eine größere Attraktivität der öffentlichen Nahverkehrsmittel notwendigen Maßnahmen sind jedoch seit Jahren bekannt. Der Deutsche Städtetag, die Verkehrsminister der Länder, der Verband öffentlicher Nahverkehrsbetriebe und jetzt auch die ÖTV haben sie genannt. Doch der Weg führt über Bonn – und die Bundeskasse. Zwar hat Bundesverkehrsminister Leber für den Herbst dieses Jahres ein Programm für den öffentlichen Nahverkehr angekündigt, doch in Hannover ist man skeptisch: "Optimismus ist nicht angebracht." Gunhild Freese