Hervorragend:

„Wo bitte geht’s zur Front“, von Jerry Lewis. „Geschichten vom Kübelkind“, von Ula Stöckl und Edgar Reitz. „Der Tod in Venedig“, von Luchino Visconti.

Im Fernsehen: „Das Blut des Condors“ (Bolivien 1969), von Jorge Sanjinés (ARD am 3. August). Der Regisseur, dessen „Ukamau“ schon vor einem Jahr im ZDF lief, geht in „Yawar Mallku“ von einem authentischen Fall aus: der Sterilisation ahnungsloser Indiofrauen durch Ärzte des amerikanischen Friedenskorps. Der Film will das als illegales Mittel kolonialistischer Bevölkerungskontrolle dekuvrieren; in einfachen und eindringlichen Bildern führt er einen politischen Erkenntnisprozeß vor und schließt konsequent mit der Forderung einer bewaffneten Revolution. WD

„Ich war 19“ (DDR 1969), von Konrad Wolf (ARD am 5. August), gehört zu den besten Filmen der DEFA, die mittlerweile auch gezwungen ist, risikolos auf einen unaufgeklärten Geschmack zu spekulieren. Daran haben die Filme von Konrad Wolf nichts ändern können, die stets – freilich ideologisch festgelegt – Selbsterforschung und Selbstbestimmung betreiben. „Ich war 19“ hat autobiographischen Hintergrund. Ein junger Leutnant, Sohn deutscher Emigranten, kommt mit der Roten Armee im April 45 nach Deutschland. Er sieht ein verführtes und verirrtes Volk zerfallen, das ihm fremd ist und in dem Maße vertraut wird, in dem er sich selber entscheiden muß. Die skeptische Zurückhaltung, mit der diese „vaterländische Entscheidung“ fällt, bleibt bei aller Fremdheit für uns sympathisch. PWJ

„Die oberen Zehntausend“ (USA 1956), von Charles Walters (ZDF am 29. Juli). „Kriemhilds Rache“ (1924), von Fritz Lang (West III am 30. Juli). „Dünner Mann“ 2. Fall (USA 1936), von W. S. van Dyke (ZDF am 31. Juli). „Steamboat Bill Junior“ (USA 1928), von Chuck Reisner, mit Buster Keaton (West III am 31. Juli).

Sehenswert:

„Jaider, der einsame Jäger“, von Volker Vogeler. Der Soldat Jaider (Gottfried John), der aus dem Krieg 1870/71 zurückkehrt, keine Arbeit findet, zum Wilddieb wird und sich gegen die ungerechte Verteilung der Güter auflehnt, ist Django weit ähnlicher als einem bayerischen Wilderer. Mit wallendem Mantel und Schnellfeuergewehr durchstreift er wortkarg die Wälder und nimmt an seinen Unterdrückern blutige Rache. Das Genre des neuen deutschen Heimatfilms haben Vogeler und Miehe um die Dimension großer action-Szenen und des einsamen Helden erweitert: das Vorbild des Italo-Western wurde hier überzeugend genutzt. WoR