Harold Wilson hat das Ziel seiner politischen Kehrtwendung nicht erreicht: Trotz heftiger Angriffe auf die „Europäer“ und seiner zweiten Rücktrittsdrohung ist die Labour Party in der Frage des britischen EWG-Beitritts tief gespalten. In der viertägigen Unterhausdebatte blieben die Fronten der Opposition unverändert. Den Anti-Europäern um Wilson steht eine kleinere Gruppe um den stellvertretenden Oppositionsführer Roy Jenkins gegenüber.

Jenkins hielt, wie die Stuttgarter Zeitung formulierte, „die Rede, die man sich von Wilson erhofft hatte“. Der Beitritt unter den gegenwärtigen Bedingungen sei annehmbar und wünschenswert, sagte Jenkins.

Als entschlossener, aber im Ton versöhnlicher EWG-Gegner tat sich der Labour-Abgeordnete Michael Foot hervor. Das wahre Problem heiße nicht Zugang zu den großen Märkten, sondern Verbesserung der demokratischen und wirtschaftlichen Institutionen in Großbritannien, meinte er. Kurz nach seiner Rede bezog jedoch ein anderer prominenter Labour-Politiker, der frühere Außenminister George Brown, eindeutig Front gegen Wilson.