Karl Schiller will die Steuerlastquote nicht erhöhen, die SPD-Steuerkommission unter Vorsitz von Entwicklungsminister Erhard Eppler schreckt dagegen nicht davor zurück, die Bürger stärker zur Kasse;zu bitten. Ihre Pläne sehen Mehreinnahmen in Höhe von sieben Milliarden-Mark vor. Die Vorschläge dürften mehr als nur eine Alibi-Funktion gegenüber den Linken in der Partei haben. Karl Schiller hat sich allerdings hoch nicht deutlich dazu geäußert. Er macht Urlaub. Der SPD-Parteivorstand dagegen beeilte sich mit der Versicherung: „In einer Koalition kann nur das durchgesetzt werden, was beide Partner unter Respektierung ihrer beiderseitigen Überzeugung vereinbaren.“

Alex Möllers Vorschläge zur Steuerreform gingen weiter, als die seines Nachfolgers Schiller. Er hatte immerhin rund zwei Milliarden Mehreinnahmen eingeplant, wie einer Synopse zur Steuerreform zu entnehmen ist, die noch unter dem alten Finanzminister erstellt wurde. Es handelt sich um eine Gegenüberstellung des geltenden Rechts mit den Plänen Alex Möllers und der offiziellen Reformkommission.

Die Einführung eines Entfernungs-Pauschbetrags von Pfennig je Kilometer für Anwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nicht nur für Kfz-Benutzer, sondern für alle Verkehrsteilnehmer (Mehreinnahmen in Höhe von 800 Millionen Mark wären in erwarten) sind offenbar noch nicht vollends vom Tisch. Die Pläne Alex Möllers, die vom Kabinett bei den Beratungen über die Steuerreform nicht akzeptiert wurden, finden immer mehr Liebhaber. Sowohl Gerechtigkeit als auch verkehrspolitische Überlegungen sprechen nach ihrer Ansicht für diese Lösung. Auf dem Steuerparteitag der SPD im Herbst wird man sich wohl mit diesem Thema beschäftigen müssen,

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Willy H. Schlieker, Ex-Unternehmer und derzeitiger Vorsitzender in Verkehrsminister Georg Lebers „Kommission zur Beratung der Flugprobleme“ wird nicht Staatssekretär im Verkehrsministerium, wie Gerüchte wissen wollten. Leber hatte Schlieker und dessen Organisationstalent in Gesprächen mit Unternehmern über die Maßen gelobt. Willy H. Schlieker selbst hat aber offenbar gar keine Lust zu einem solchen Amt. Er meinte jedenfalls: „Das ist eine Ente, das können Sie in den Entenhimmel schreiben. Ich bin froh, wenn ich wieder aus Bonn heraus bin.“ Schlieker zieht sein derzeitiges Domizil Ramsau wegen „des besseren Klimas, der besseren Luft und der größeren Stille Bonn in jeden Fall vor“.

Georg Leber muß also weiter suchen. Eingeweihte. in der SPD wollen nämlich wissen, daß Leber, ebenso wie Karl Schiller Hausherr eines Superministeriums, seinem Kabinettskollegen in der Zahl der Staatssekretäre nicht nachstehen möchte. Schiller hat fünf und dazu noch den Steuerreform-Staatssekretär Heinz Haller. Der Verkehrsminister, wegen seiner Ausgabenwünsche ohnedies stets im Streit mit Schiller, verfügt nur über vier Staatssekretäre.

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