Vor drei Jahren besuchte uns Rajat Neogy in der ZEIT-Redaktion. Der knapp 30jährige Chefredakteur aus Uganda löcherte uns mit Fragen über die Studentenrevolte. Aber er kam nicht mehr dazu, die Analyse über die „student-power“ zu schreiben. Neogy wanderte ins Gefängnis. Seine in Uganda erscheinende Zeitschrift Transition wurde eingestellt. Neogy, der Afrikaner indischer Abstammung, mußte sich wegen Beleidigung des Staatspräsidenten von Uganda verantworten. Trotz Freispruch war danach für Neogy und seine Zeitschrift kein Platz mehr im Land. Der Verlust von Transition (20 000 Auflage) wurde nicht nur in Afrika bedauert. Die Quartalszeitschrift war in den Jahren ihres Bestehens zu einer kulturellen Institution geworden. Wer sich orientieren wollte, welche Probleme die afrikanische Intelligenz bewegten, mußte zu Transition greifen.

In diesen Tagen nun hat die Zeitung, unterstützt vom Kongreß für die Freiheit der Kultur, ihre Arbeit wieder aufgenommen. In Ghana hat sie dankenswerter Weise eine neue Heimstätte gefunden. „Hoffen wir“, so heißt es in einem Editional der Zeitschrift, daß „Transition nie wieder eine neue Heimat suchen muß“. v. k.