Von Erwin Lausch

Wer gewann bei den Olympischen Spielen 1928 den Zehnkampf? Wer wurde 1912 Zweiter im Hundertmeterlauf und wer 1936 Sechster im Weitsprung? Was entscheidet einen Judokampf? Wer leitet bei der Olympiade 1972 die indische Mannschaft? Wie alt ist dieser Mannschaftsführer, wie viele Kinder hat er und welchen Hobbys geht er nach?

Solche Fragen soll in München ein Computer in Sekundenschnelle beantworten. Daß das "elektronische Superlexikon" allen einschlägigen Fragen von Reportern und Schlachtenbummlern gewachsen ist, dafür will Siemens sorgen. "Noch nie zuvor in der Geschichte großer internationaler Sportveranstaltungen", so teilte die Firma dieser Tage mit, "stand der Öffentlichkeit eine so schnelle und umfassende Informationsmöglichkeit zur Verfügung."

Lange bevor die Sportler mit neuen Höchstleistungen aufwarten können, haben Ingenieure und Techniker Rekorde, die sie auf der nächsten Olympiade unter Beweis stellen wollen, präzise geplant. Und während noch ungewiß ist, auf welchen Gebieten die Sportler nach der Devise "Schneller, höher, stärker" Erfolge erringen werden, stehen Komparative und Superlative im Bereich der Technik bereits fest.

Das größte Dach der Welt, das das Stadion am Oberwiesenfeld überspannen soll, wird jedermann auffallen. Daß auch andere, weniger offensichtliche Rekorde, die sich gewissermaßen hinter den Kulissen abspielen, nicht übersehen werden, dafür sorgte jetzt Siemens: In einer 38 Seiten starken Informationsmappe verkündete der Elektrokonzern, was alles er zur Olympiade 1972 beizutragen gedenkt.

Eindrucksvoll sind die Fakten, und die Freimütigkeit, mit der der immense technische Aufwand begründet wird, klingt sympathisch. Der Masseneinsatz der Technik habe sich einerseits aus dem Streben nach perfekter Organisation und dem Wunsch nach immer besserer Kommunikation ergeben. Er resultiere andererseits daraus, so räumen die Siemens-Leute ein, daß die "redlichen Bemühungen" der Veranstalter, "der Versuchung zum Protzen zu widerstehen", gescheitert seien: "Man spricht von Sport und meint Präsentation der gesellschaftlichen Situation des Gastgeberlandes."

Nun erst einmal ein paar Superlative. Neben dem schon genannten elektronischen Superlexikon hat Siemens folgende Rekorde anzubieten: