Der amerikanische Außenminister Rogers erklärte zur Chinapolitik Präsident Nixons:

„Die Welt nähert sich der Mitte zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Ende des 20. Jahrhunderts. Die Vereinten Nationen, während der Nachwirkungen des Krieges gegründet, haben ihr 25jähriges Bestehen gefeiert ...

Von Anfang an waren die Vereinten Nationen dazu bestimmt, den von zwei Weltkriegen innerhalb einer Generation erschütterten Weltfrieden zu erhalten. Die ersten Worte der UN-Charta, die 1945 in San Francisco angenommen wurde, drücken die gemeinsame Verpflichtung aus, ‚weitere Generationen vor der Geißel des Krieges zu schützen‘...

In Asien wie überall in der Welt versuchen wir, unsere Rolle den Realitäten der heutigen Welt anzupassen. Unser Ziel ist es, einen praktischen Beitrag für die Errichtung eines Systems zu leisten, das einen stabilen Frieden schafft. Keine Frage der asiatischen Politik in den letzten 20 Jahren hat die Welt so verwirrt wie die China-Frage und das Problem der Repräsentation in den Vereinten Nationen. Von grundlegender Bedeutung für diese Frage ist der Umstand, daß jede der Regierungen Chinas den Anspruch erhebt, die einzig legitime Regierung und Repräsentantin des ganzen chinesischen Volkes zu sein. Die Repräsentation in einer internationalen Organisation muß nicht notwendigerweise die Ziele oder Ansichten einer der beiden Regierungen vorwegnehmen. Die Mitgliedschaft beider in den Vereinten Nationen heißt nicht, daß das geschehen muß... Demgemäß werden die Vereinigten, Staaten bei der nächsten Generalversammlung dafür eintreten, die Volksrepublik China in die Vereinten Nationen aufzunehmen.

Gleichzeitig werden sich die Vereinigten Staaten jeder Handlung widersetzen, die darauf hinausläuft, die Republik von China (Taiwan) aus der UN auszuschließen oder ihr die Mitgliedschaft streitig zu machen. Unsere Konsultationen, die vor einigen Monaten begonnen haben, deuten darauf hin, daß die Frage des chinesischen Sitzes im Sicherheitsrat ein Thema ist, mit dem sich viele Nationen beschäftigen wollen. Letztlich wird – natürlich im Rahmen der UN-Charta – der Sicherheitsrat diese Entscheidung fällen. Wir für unseren Teil sind bereit, uns in dieser Frage der Mitgliederentscheidung anzuschließen ...

Und dies ist die Position der Vereinigten Staaten: Wenn die UN ihre friedenserhaltende Rolle behalten soll, muß man die Realitäten der Welt, in der wir leben, anerkennen. Daher werden die Vereinigten Staaten mit denen zusammenarbeiten, die – abgesehen von ihrer Sicht des Verhältnisses der beiden chinesischen Regierungen zueinander – die Republik China in den Vereinten Nationen vertreten sehen wollen. Das Ergebnis wird natürlich von den 127 UN-Mitgliedern entschieden.“