Von Heinz Michaels

Dieses Auto verursacht Ärger; bei denen etwa, die für ihren Wagen einen Tausendmarkschein mehr bezahlt haben und nun erleben müssen, wie der Flitzer aus Turin auf der Autobahn an ihnen vorbeizieht; oder bei jenen Fahrern, die ihre voluminöseren Wagen nicht in Parklücken hineinmanövrieren können, die dem Kleinen gerade recht sind.

Manchmal gibt’s wohl auch Ärger für den Besitzer, denn das bleibt bei keinem Auto aus. Doch darin habe ich keine Erfahrung, denn solange ich den Wagen fuhr, lief alles wie am Schnürchen.

Gleich zweimal trägt der Fiat 128 die Plakette „Auto des Jahres“. Unabhängig voneinander fiel 1969 bei zwei Jurys von Fachzeitschriften, die in Konkurrenz zueinander diesen Titel verleihen, die Wahl auf den 128. Dennoch blieb die Frage, warum Fiat diesen Typ eigentlich auf den Markt brachte, nachdem zwei Jahre vorher der nur wenig größere 124 (ebenfalls „Auto des Jahres“) als „Europa-Auto“ herausgekommen war.

Nun, Fiat hat, so stellt Giorgio Bardanzellu, der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Fiat AG, fest, „immer alles gebaut, was nötig war“. Das Unternehmen ist stolz auf sein „lückenloses Programm“ und hat noch nie eine Marktposition im Angebot geräumt. Zur Ablösung stand der Fiat 1100, der millecento, der mit seinen 30 Jahren mittlerweile ebenso alt geworden war wie der Wolfsburger Käfer.

So vom Prinzip her festgelegt, war dann der Preis der wichtigste Grund: Im Angebot sollte ein Wagen der Preisklasse gerade unter 6000 Mark sein. Definiert wird der Typ als ein Familienauto für vier bis fünf Personen für den Stadt- und Reiseverkehr.

Hier ist eine Einschränkung nötig. Natürlich ist der 128 kein komfortabler Reisewagen. Nach langen Fahrten spürt man eben sein Kreuz. Es ist ein Wagen für den Normalverbraucher, der 49 Wochen im Jahr sein Auto für die Fahrt zur Arbeit und für Wochenendausflüge benutzt. Die Urlaubsreise mit Kind und Kegel wird dann auch überstanden – wahrscheinlich sogar etwas besser als mit anderen Autos dieser Preisklasse.