Die Bundesrepublik ist in der Rangliste der „100 größten Industrie-Unternehmen Europas“ in diesem Jahr mit 31 Unternehmungen vertreten und hat erstmals England mit ebenfalls 31 Unternehmungen eingeholt. Neu in der Tabelle sind die beiden Holding-Unternehmen der Familien Quandt und Flick. Weitere neue Namen aus der Bundesrepublik: Neue Heimat und Klöckner-Humboldt-Deutz.

In der Spitzengruppe, unter den, ersten acht Unternehmen, gab es diesmal im Gegensatz zum vergangenen Jahr keine Positionsverschiebungen. Der Abstand der Umsatzziffern war bei allen acht Unternehmen so groß, daß selbst Zuwachsraten von 22 Prozent (Siemens) zu keiner Änderung der Rangliste führten. Für die kommenden Jahre bleiben die Plätze der beiden holländischenglischen Umsatzgiganten Royal Dutch/Shell und Unilever ungefährdet. Der Abstand untereinander und zu der Verfolgergruppe ist zu groß, um kurzfristig überwunden werden zu können. Nur größere Fusionen könnten das Bild ändern.

Im Mittelfeld ergaben sich einige Positionsveränderungen, die in erster Linie auf Fusionen zurückzuführen sind: Im letzten Jahr rangierte Geigy aus der Schweiz an 84. und Ciba, die Konkurrenz aus eigenem Land, an 87. Stelle. Sie lagen damit weit hinter dem größten Schweizer Chemie-Unternehmen Hoffmann-La Roche. In diesem Jahr, nachdem sich die Fusion von Geigy und Ciba auswirkt, liegt Ciba-Geigy an 34. Position und hat sich damit zugleich als zweitgrößtes Schweizer Unternehmen nach dem Nahrungsmittelriesen Nestlé etabliert. Einen Sprung vom 56. auf den 33. Rang verschaffte dem französischen Chemie-Konzern Saint-Cobain die Fusion mit Pont-ä-Mousson.

Bei Unternehmen aus jeweils der gleichen Branche ergaben sich zum Teil beträchtliche Veränderungen: Zehn Plätze büßte der englische Ableger des amerikanischen Autogiganten Ford ein. Um zwei Plätze fiel das größte englische Automobilunternehmen, British Leyland Motor Corporation, zurück. Bei den beiden Unternehmen haben sich die zahllosen Streiks negativ auf den Absatz ausgewirkt. Fiat dagegen, ebenfalls von Streiks beeinträchtigt, konnte sich um zwei Plätze verbessern.

In Frankreich entwickelten sich die Umsätze der Autofirmen unterschiedlich: Renault machte einen Sprung vom 19. auf den 16. Platz, während sich Citroën um 13 Plätze verschlechterte. Peugeot landete wieder an gleicher Stelle wie im vergangenen Jahr.

Bei der Betrachtung der Branchen zeigt sich, daß die Unternehmen der Chemie am stärksten vertreten sind. Dabei ist jedoch anzumerken, daß viele Chemie-Unternehmen auch noch in anderen Wirtschaftszweigen tätig sind. kde