Der DGB wirft den Zahnärzten Gewinnsucht vor, weil sie die meisten "Kieferanomalien" bei Kindern nicht auf Krankenschein behandeln wollen. Das wird für viele Eltern trotz Krankenkassenzuschuß sehr teuer. Die Kassen hatten dem zwar zugestimmt, der Bundesarbeitsminister muß die Vereinbarung aber genehmigen.

Yi>d der Minister den Kompromiß zwischen Krankenkassen und Zahnärzten trotz, DGB Kritik genehmigen?

Holler: Der Bundesarbeitsminister hat die vom Bundesausschuß der Zahnärzte und Krankenkassen im Mai dieses Jahres beschlossenen Richtlinien noch nicht billigen können. Schwierig daran war, daß diese Richtlinien zu einer "Verkürzung"

des Anspruchs der Versicherten auf kostenfreie zahnärztliche Behandlung hätten führen können.

Die Zahnärzte sagen, die meisten Kiefermißbildungen seien keine Krankheit und deshalb nicht auf Krankenschein zu behandeln.

Holler: Der Krankheitsbegriff der Reichsversicherungsordnung ist so weitgehend, daß alle Kieferanomalien und falsche Zahnstellungen, die behandelt werden müssen, auf Krankenschein auch behandelt werden können. Die gesetzlichen Bestimmungen sind nämlich flexibel genug, um den modernen medizinischen Erkenntnissen folgen zu können.

Müßte nicht der Gesetzgeber dafiii sorgen, daß der Leistungsrahmen der Krankenversicherung so weit gesteckt wird, iJie es modeine soziale und gesnndheitspohtische Erkenntnisse verlangen?