Die internationalen Devisenmakler können keine Sommerpause genießen: Der Dollar verliert ständig an Wert. Am Montag kostete er nur noch 3,460 Mark. Bei der Einführung des flexiblen Kurses im Mai waren es: immerhin noch 3,525 Mark.

Die Spekulanten aus aller Welt sehen sich bestätigt – und spekulieren weiter. Nachdem der japanische Yen und der französische Franc de Hoffnungen auf Aufwertungsgewinne nicht erfüllten, setzte nun ein plötzlicher Ansturm auf das Gold ein.

In London kletterte der freie Goldpreis zum Monatsende auf 42,475 Dollar pro Feinunze. Nur einmal seit der Freigabe des Goldpreises im März 1968 kletterte dieser Preis höher: im Juli 1969, als Frankreich abwerten mußte, wurden bis zu 44 Dollar für die Unze Gold bezahlt. Im Juli 1970 war der Goldpreis dagegen fast auf den offiziellen Kurs von 35 Dollar abgesunken.

Das Goldfieber wird durch Gerüchte angeheizt, nach denen die USA bald gezwungen sein sollen, den Umtausch von Dollar in Gold einzustellen. Die Reserven im amerikanischen Goldhort Fort Knox sind auf unter zehn Milliarden Dollar gesunken. Mit 45,9 Milliarden Dollar sind die Einlösungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland mehr als viermal so hoch. Wenn die Bank wie Frankreich den Amerikanern größere Dollarbeträge zum Umtausch in Gold präsentiert, müßten die Amerikan wahrscheinlich erstmals den Umtausch ablehnen.

Spärlicher sind indes die Gerüchte um die Mark geworden. An einer Aufwertung der deutschen Währung bei der Beendigung des „Floating“ bestehen kaum noch Zweifel. smi