Wirtschaft

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DIE ZEIT

Superlative

Die Apostel der Raumfahrt dürfen zufrieden sein. Wenn Apollo 15 sicher zur Erde zurückkehrt, ist eines der erfolgreichsten Raumfahrtunternehmen abgeschlossen.

Mitten in der Revolution

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendein Ereignis gemeldet wird, das anscheinend Krankheitssymptome der Gesellschaft aufdeckt: Vor 14 Tagen war es die Großrazzia nach Mitgliedern einer bis zum Schwerverbrechen verschworenen linken politischen Gruppe.

Eine Bombe tickt

Wenn Yahya Khans militärische Aktion in Ostpakistan, die noch immer jeden Tag 40 000 Flüchtlinge über die Grenze nach Indien treibt, nicht abgebrochen wird – und nichts spricht dafür –, könnte es passieren, daß sich die innerpakistanische Auseinandersetzung zu einem indisch-pakistanischen Krieg ausweitet.

Gastgeschenk

Präsident Nixon hat sein Geschenk für die Chinareise schon jetzt ausgepackt – fraglich ist nur, ob es ihm auch die Dankbarkeit der Chinesen einbringen wird.

Bonner Enthüllungen

Die Berlin-Verhandlungen gehen in ihre entscheidende Phase. Die Botschafter der Vier Mächte scheinen in ihren Gesprächen jetzt so weit fortgeschritten zu sein, daß sie Bilanz ziehen können.

ZEITSPIEGEL

Weder zurückgewiesen noch bestätigt wurden Berichte der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug, wonach der sowjetische Außenminister Gromyko in naher Zukunft eine Reise in die Volksrepublik China plant.

Gastarbeiter aus Amerika

Ein Telegramm von Hamburg in die Heimat aufzugeben, bereitete G. Ivan Rhode die bisher größte Schwierigkeit. Mit seinen geringen Deutschkenntnissen fiel es ihm schwer herauszufinden, wie und von wo er die Verwandten in Iowa über die glückliche Ankunft in der Bundesrepublik benachrichtigen konnte.

Heute Freund, morgen Feind

Der westafrikanische Staat Guinea fürchtet eine neue Invasion. Die Streitkräfte des Landes wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Vogel nach Bonn?

Zuweilen hat es den Anschein, als hänge die Zukunft der jetzigen Bundesregierung von ein paar Namen ab. Und so wird denn von den Beobachtern der Bonner Szenerie unermüdlich das Thema Kabinettsumbildung diskutiert.

Die CSU pocht auf ihr Recht

Der Kampf um die Kanzlerkandidatur in der CDU/CSU ist nicht nur ein personelles, sondern zugleich ein institutionelles Problem.

Hippies in Uniform

Gefreiter Peter Lemon von der Ersten Luftkavallerie-Division feuerte mit seinem Schnellfeuergewehr auf den Vietcong, bis er Ladehemmungen hatte.

Letztes Gefecht

Ohne das moralische Gewicht des Premierministers mußte die britische Segelequipe am Montag um den „Admiral’s Cup“ kämpfen. Edward Heath hatte es für ratsam gehalten, nicht elegant die Wellen zu durchpflügen, während den schottischen Werften am Fluß Clyde das Wasser am Halse steht.

Ein Ersatz für Tito?

Kanonen schossen Salut, und die Abgeordnete! brachen in jubelnden Beifall aus, als im Belgrader Parlament die Wiederwahl des 79jährigen Josef Broz Tito zum jugoslawischem Staatspräsidenten bekanntgegeben wurde.

Moskau blickt nach Jerusalem

Der Sieg des sudanesischen Staatschefs Numeiri über die putschenden Offiziere und ihre kommunistischen Gefolgsleute bedeutet nach der Ansicht der Sowjets einen empfindlichen Rückschlag für die arabisch-sowjetischen Beziehungen.

Keine demokratischen Dogmen

Die „Neun Thesen gegen den Mißbrauch der Demokratie“ waren noch nicht veröffentlicht, da wurden sie schon pauschal und schnell auf die Müllhalde der Reaktion gekehrt.

Der Profit mit dem Gift

Müllskandal in Nordrhein-Westfalen – 4000 Tonnen Arsenschlamm: so gefährlich wie Munition

Angst vor Ellwein

Die CSU will den Anfängen wehren. Um nicht noch mehr Studenten auf linke Gedanken kommen zu lassen, ist sie bemüht, nicht nur Marxisten, sondern auch Sozialdemokraten von Bayerns Hochschulen fernzuhalten.

Gesucht: Mr. Saubermann

Ernst Caumanns, Oberstadtdirektor von Duisburg, kredenzt in seinem Dienstzimmer ein Glas Wasser, aus der städtischen Wasserleitung: „Das kann man trinken.

„Arbeit für 30 Jahre“

„Das größte Forschungsvorhaben derWeltgeschichte“ hätte die NASA den Mondflug von Apollo 15 im vorhinein genannt, und die drei Astronauten David R.

Jugoslawien: Jetzt Staatenbund

Das Bundesparlament von Jugoslawien hat am Donnerstag vergangener Woche den Vielvölkerstaat neu geordnet. Jugoslawien ist nun ein Staatenbund, in dem nur die Außen- und Verteidigungspolitik und die Koordinierung der Wirtschaftspolitik zentral von Belgrad aus geleitet wird.

Dokumente der ZEIT

„Die Welt nähert sich der Mitte zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Ende des 20. Jahrhunderts. Die Vereinten Nationen, während der Nachwirkungen des Krieges gegründet, haben ihr 25jähriges Bestehen gefeiert .

Peking soll in die UN

Der amerikanische Außenminister Rogers erklärte am Montag auf einer Pressekonferenz, Washington werde auf der Herbstsitzung der UN für die Aufnahme Pekings in die Vollversammlung stimmen; es werde sich aber einem Ausschluß Taiwans widersetzen.

Krisen-Herde: Grenze der Geduld

Der amerikanische Geheimdienst CIA gestand vor einem Senatskomitee ein, 30 000 Mann laotischer Truppen zu unterstützen, die im ganzen Lande kämpfen.

Sudan ruft Botschafter aus Moskau ab

Der Austausch der Anklagen – Moskau: „Blutige Willkür“; Khartum: „Niederträchtige Propagandakampagne“ – endete am Montag mit einer tiefen Verstimmung zwischen der Sowjetunion und dem Sudan.

Ein Kommunist in Bremen

Unter den frisch an die Universität Bremen berufenen Hochschullehrern ist, kurz bevor ihm feierlich die Urkunde zum "Beamten auf Lebenszeit" überreicht werden sollte, ein Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) entdeckt worden.

„Wozzeck“ in Salzburg: Arme Leut’ für reiche Leute

Im offiziellen „Almanach Salzburger Festspiele 1971“ ist auf Seite 80 Alban Berg „der letzte Opernkomponist“, nach Berg ist in puncto Oper alles anders geworden: „Man hat sich ihr entzogen und dem ‚Musiktheater‘ zugewandt.

ZEITMOSAIK

Nachdem im vergangenen Jahr der Südwestfunk das Fernsehspiel „Bambule“ von Ulrike Meinhof absetzte, danach Dr. Fritz Brühl, Hörfunkdirektor des Westdeutschen Rundfunks, die kritische Besprechung des Meinhof-Buches, ablehnte, hat sich nun auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) der indirekten Zensierung angeschlossen.

Kunstkalender

Als, Ende des vorigen Jahrhunderts, Franz von Lenbach seine berühmten Porträts berühmter Leute nach Photographien machte, da gab er dem Photographen, der für ihn arbeitete, zwar genaue Arbeitsanweisungen, aber wissen sollte und wollte eigentlich niemand was von diesem Kuhhandel zwischen Kunst und Photographie.

Neues von den Kopffüßlern

Horst Antes, so sagte Klaus Gallwitz, der Leiter der Baden-Badener Kunsthalle – Jugendfreund, Promoter, Sammler und Aussteller des Künstlers –, habe sich gefragt, ob der Zeitpunkt für einen Rückblick auf seine malerischen Exkursionen der Jahre 1967 bis 1971 richtig gewählt sei; er wolle nicht wieder einmal kritische „Prügel“ beziehen.

Wiederentdeckung des Melodrams

Es gibt naturalistische und synthetische Melodramen, plagiierende und erfinderische, reaktionäre und kritische, sanfte und grausame, ernste und verspielte, subtile und grobe.

Der Streit der Minister

In der ZEIT Nummer 30 vom 23. Juli veröffentlichten wir einen Aufsatz von Bundeswissenschaftsminister Hans Leussink über die „Schwierigkeiten beim Planen der Bildung“.

Stimmen zu Bölls Roman

Die Meisterschaft der Führung der Fäden, die häufige Brechung des Stoffes durch Reflexion, die feingesponnenen symbolischen Bezüge, das Ineinander von Mirakelwelt und satter Sinnlichkeit, von Intellektualität und Naivität des Gefühls und am Grunde die dichterische Vision vom guten Menschen und seiner Wirklichkeit haben uns ein reifes Meisterwerk beschert.

Einfach: das Haus

Ganz zuerst: Es ist ein Buch für die Augen, ein prachtvolles Buch mit beinahe tausend bildlichen Darstellungen, mit Grundrissen, Aufrissen, Querschnitten, mit korrekt gezeichneten oder salopp skizzierten, schwarzweiß und farbig photographierten Ansichten und Perspektiven, mit Dokumenten aus der bildenden Kunst.

Nachdenken über Leni G.

Heinrich Böll, der längst arrivierte Einzelgänger und der allseits sanktionierte Rebell, der repräsentative Außenseiter der bundesrepublikanischen Gesellschaft und ihr in Bonn und Ostberlin, in Rom und Moskau akkreditierter Ankläger, hat das einzigartige Kunststück vollbracht, ein Praeceptor Germaniae zu werden und ein rheinischer Schelm zu bleiben.

Unser Seller-Teller Juli 1971

DDR: Feuchtwanger, „Goya“; Schreyer, „Der Adjutant“; „Die UdSSR“, Handbuch; Seim, „Minerale“; Needon / Petermann / Scheffel / Scheiba, „Pflanzen und Tiere – Ein Naturführer“ (laut Literaturbeilage des Neuen Deutschland 7/71).

Zum Strichjungen Hypi

Als Wolf von Niebelschütz 1949 seinen Roman „Der blaue Kammerherr“ veröffentlichte (dieses vergessene Buch, das – so Walter Boehlich – „die gesamte Elendsliteratur durch seine Schönheit, Poesie und Kunstfertigkeit überragt“), schrieb er dazu: „Den Keim zu diesem Tulpenbaum legte Hugo von Hofmannsthal durch sein nachgelassenes Fragment ‚Danae oder Die Vernunftheirat‘, gedacht als Oper für Richard Strauss.

ZU EMPFEHLEN

Weil er sich nicht darauf beschränkt, die Landschaft und ihre Bewohner zu schildern, sondern außerdem versucht, an die politischen, sozialen und religionsgeschichtlichen Wurzeln Marokkos als eines Landes der islamischen Welt zu gelangen, werden alle diejenigen Gewinn aus diesem Bericht ziehen, die ein Entwicklungsland nicht nur mit den Augen des Touristen kennenlernen wollen.

KRITIK IN KÜRZE

„Dialoge“, Roman von Maud Sacquard de Belleroche. Was für Geschäfte man mit dem Verbotenen machen kann, zeigt dieses Werk, das man nur gegen einen Verpflichtungsschein erhält, auf dem man versichert, über einundzwanzig Jahre alt zu sein und keinen Anstoß an dem zu nehmen, auf das man gefaßt sei.

Ein Mythos wird zerstört

Der Nimbus John Fitzgerald Kennedys hat in diesem Sommer erheblich gelitten. Nach der Veröffentlichung der geheimen Pentagon-Papers steht fest, daß er im Vietnamkrieg keineswegs strahlender dasteht als sein Nachfolger Lyndon Johnson.

Eutiner Sommerspiele 1971: Der Dirigent kommt aus dem Wald

Eutin: Kreisstadt in Schleswig-Holstein, 1143 gegründet, rund 20 000 Einwohner, 93 Prozent evangelisch, zwei Gymnasien, Real-, Kreisberufs-, Landwirtschafts- und Landespolizeischule, D-Zug-Station (Kursbuch 114d), Kreisbibliothek mit 40 000 Bänden, Wahlergebnisse bei der letzten Landtagswahl CDU 55,4 Prozent im Norden, 54,1 Prozent im Süden, SPD 39,3 und 40,4, FDP 3,5 und 3,8, NPD 1,4 und 1,3, DKP 0,3 Prozent.

Ghelderode in Tübingen: Makabres im Stift

Im wunderschönen Innenhof des berühmten Tübinger Stifts Hölderlin, Hegel, Schelling, Zeit, erinnert sich gewiß – tönt zu Sommertage, gegen Mitternacht dieser herrlichen Sommertage, die große Giebelglocke: Der Große Makabre, trunken oben an eine Leiter gelehnt, wacht auf.

Fernsehen

Sie hat ein rundes Gesicht ohne Natürlichkeit, große Augen ohne Ausdruck und verkauft Schmuck von 3,95 bis 24,75 Mark im Warenhaus.

SCHALLPLATTEN

Wer kennt es noch, das elektrische Klavier – man legte eine Walze auf, warf eine Münze ein, im Innern des Instruments begann es zu rumoren, und nach einem ungeheuer präzisen Rhythmus, nur etwas hektisch im Tempo, spielte die Maschine, die Tasten bewegten sich wie von Geisterhand gedrückt.

FILMTIPS

„Denkt bloß nicht, daß wir heulen“, von Stanley Kramer, sollte man sich genau darauf ansehen, wie der Film gemacht ist. Erst dann macht die Geschichte einer Jugendgruppe, in der sich aus Versagern selbstlose und heroische Kerle entwickeln, richtig Vergnügen.

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