Die Meisterschaft der Führung der Fäden, die häufige Brechung des Stoffes durch Reflexion, die feingesponnenen symbolischen Bezüge, das Ineinander von Mirakelwelt und satter Sinnlichkeit, von Intellektualität und Naivität des Gefühls und am Grunde die dichterische Vision vom guten Menschen und seiner Wirklichkeit haben uns ein reifes Meisterwerk beschert.

Karl Korn (Frankfurter Allgemeine, 28. Juli 1971)

...während gerade bei antiautoritären Schreibern, bei Handke oder Wondratschek oder Fichte, die Sprache blitzt vor Schliff und Ehrgeiz, während der Arbeitsdruck, der sie hervorgebracht hat, auch beim Lesen oft noch Hirnkrämpfe auslöst, lassen sich Bölls unbemühte und -bekümmerte, von keinem Leistungs- und Formzwang zurechtgehämmerte Sätze so lesen, wie sein Buch endet: sorglos, entspannt, fast glücklich.

Reinhardt Baumgart (Spiegel, 2. August 1971)

Je häufiger er sich erinnert, desto mehr fällt ihm offenbar ein ... Böll erinnert sich aktiv. Was er vorbringt, sind rückwärts gerichtete Visionen, ist eine teils kraß derb-naturalistische, teils exzentrisch-produktiv-mystische Wiederherstellung der Vergangenheit. Wie höllisch, wie finster diese Kriegs-, ja diese Nazi-Vergangenheit auch war – in Bölls Welt bietet sie den großen Gefühlen, dem persönlichen Heil immer noch mehr Chancen, als es der „liberale Labberdreck“ des Wohlstandsrummels täte, wenn man sich ihm nicht anarchisch verweigerte.

Joachim Kaiser (Süddeutsche Zeitung, 31. Juli 1971)

Manchmal wird es geschwätzig, der Roman nimmt kein Ende, obgleich er sozusagen flüssig geschrieben ist und sogar Mut zeigt zu längeren Satzverbänden, die der deutschen Sprache einst gut standen ... Ironie als Ausflucht ... Der längste Roman von Heinrich Böll (hätte) dessen kürzester werden sollen...

  • Heinz Beckmann (Rheinischer Merkur, 30. Juli 1971)