Die Rentenwunschkataloge von Arbeitsminister Walter Arendt und seinem Oppositionskontrahenten und Amts Vorgänger Hans Katzer weisen viele Ähnlichkeiten auf.

Arendt will – nach seiner Ankündigung – zunächst die erste Stufe der flexiblen Altersgrenze ab 63 Jahren einführen (Voraussetzung: 35 Versicherungsjahre), ohne zusätzliche versicherungsmathematische Abschläge an den früheren Renten und mit der Möglichkeit, bis 575 Mark (1973) zusätzlich zu verdienen.

Katzer will das vielleicht später mal, und es soll nichts kosten – das heißt; sogenannte versicherungsmathematische Abschläge bei früheren Rentenbezug.

Arendt will die gesetzliche Rentenversicherung für alle öffnen, durch freiwilligen Beitritt und die Möglichkeit der Beitrags-Nachentrichtung bis 1956, aber mit einkommensteuergerechten Beiträgen.

Katzer will etwas Ähnliches, aber mit voller Versicherungspflicht nach Beitritt.

Arendt will den Frauen pro Kind ein zusätzliches Versicherungsjahr beitragsfrei anrechnen („Baby-Jahr“) und bei Ehescheidung die während der Ehezeit entstandenen Rentenansprüche halbehalbe aufteilen („Renten-Splitting“).

Katzer hält das Baby-Jahr für unerheblich und sagt nichts zum Splitting.