Eckart Kroneberg: „Zum Beispiel Marokko“ – Reise durch ein Land der Dritten Welt; R. Piper & Co. Verlag, München; 256 S., 22,– DM

Weil er sich nicht darauf beschränkt, die Landschaft und ihre Bewohner zu schildern, sondern außerdem versucht, an die politischen, sozialen und religionsgeschichtlichen Wurzeln Marokkos als eines Landes der islamischen Welt zu gelangen, werden alle diejenigen Gewinn aus diesem Bericht ziehen, die ein Entwicklungsland nicht nur mit den Augen des Touristen kennenlernen wollen. Nina Grunenberg

H. W. Eppelsheimer: „Geschichte der europäischen Weltliteratur“ – 1. Band, Von Homer bis Montaigne; Insel Verlag, Frankfurt; 306 S., Abb., 28,– DM

Die Lust am Detail und die Liebe zum Ganzen der Literatur, die Fähigkeit; die Punkte auszumachen, wo sich die (wie der Autor es selber nennt) „horizontalen“ und die „vertikalen“ Entwicklungslinien im genialen Werk eines einzelnen treffen, und die Gabe, das alles mit Eloquenz und Eleganz zu verbalisieren: wer anders als Hanns W. Eppelsheimer, der langjährige Direktor der Deutschen Bibliothek und Bibliothekar, wie er nicht im Bilderbuch steht, könnte sich heute noch trauen, ein „Geschichte der europäischen Weltliteratur“ zu schreiben? Petra Kipphoff

Martin Walser: „Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe“ – Szenen, mit 16 Graphiken von Peer Wolfram; Broschur 25/26, Verlag Eremiten-Presse, Stierstadt; 79 S., 10,80 DM

Kein Hauptwerk von Walser dies: aber indem es in sieben kurzen Szenen vor allem sprachliche Fertigteile der Gewaltausübung und des Gewalterleidens zusammenmontiert oder Fragen ohne Antworten und Antworten ohne Fragen aufreiht, protokolliert es doch ziemlich genau, was empfindliche Leute wie Walser mehr als alles andere zum Schreiben treibt: die Erfahrung alltäglicher Gemeinheit. Dieter E. Zimmer