Wer Volkswirtschaft studiert, hat nach dem Abschluß eine größere Auswahl an interessanten Tätigkeiten als die Absolventen manch anderer Fakultät. Industrie und Handel fordern ebenso Diplom-Volkswirte an wie Kammern, Verbände, wissenschaftliche Institute und nicht zuletzt der Staat.

Doch auch mit einem Nachteil müssen Volkswirte rechnen: In nächster Zeit wird das Angebot an Stellen für reine Volkswirte nicht in gleichem Maße steigen wie die Zahl der frisch Diplomierten.

Möglicher Ausweg: Den Studenten der Volkswirtschaft ist zu raten, sich während ihres Studiums verstärkt um betriebswirtschaftliche Fächer zu kümmern. Diesen Tip gibt die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Frankfurt, die den Markt für Jungakademiker genau kennt.

Das Handikap des Volkswirts ist die starke Konkurrenz von Betriebswirten und Wirtschaftsingenieuren. Das gilt vor allem für die Industrie, wo nach wie vor Betriebswirte ein eindeutiges Übergewicht bei der Stellenbesetzung haben.

Doch gibt es gerade in Industrie und Handel spezielle Aufgaben, die man gerne Volkswirten anvertraut. Attraktive Posten sind zum Beispiel Stabsstellen, die sich ausschließlich mit volkswirtschaftlichen Aufgaben befassen. Im allgemeinen werden jedoch zusätzliche betriebswirtschaftliche oder juristische Kenntnisse von den Bewerbern verlangt.

Vor allem die Großindustrie bietet Gelegenheit zur Spezialisierung im Unternehmen selbst. So stellen viele Betriebe „Trainees“ ein, die während mehrerer Monate die wesentlichen Abteilungen des Betriebs kennenlernen und sich erst dann auf eine bestimmte Aufgabe festlegen.

Doch die Erfahrung der Zentralstelle zeigt, daß die Spezialisierung während des Studiums die Vermittlung in gute Anfangspositionen erleichtert. Spezialisierte Uni-Absolventen können ein weiteres Plus verbuchen: Sie werden bei der Anstellung meist dann bevorzugt, wenn sich die Konjunktur etwas abschwächt.