Friseure sollen bald als erste Handwerker ihren Beruf ungehindert in allen EWG-Ländern ausüben können. Die Europäische Kommission in Brüssel hat Richtlinien vorgelegt, nach deren Verabschiedung die Beschränkung der Niederlassungsfreiheit für Friseure aufgehoben wird. Mit der vollen Freizügigkeit dürfte ab 1972 zu rechnen sein.

*

Die deutschen Unternehmer wollen von der Vier-Tage-Woche nichts wissen. Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände bezeichnete die Diskussion über das verlängerte Wochenende als absurd und illusorisch. Die damit verbundene verlängerte tägliche Arbeitszeit sei vor allem aus arbeitsmedizinischen Gründen bedenklich. Bei den Arbeitnehmern hingegen halten sich Befürworter und Gegner der Vier-Tage-Woche etwa die Waage.

Im September 1972 soll ein Schulschiff neuen Typs vom Stapel laufen: Mehrere deutsche Reedereien wollen darauf ihre Offiziersbewerber ausbilden und auf das nautische Patent vorbereiten. Damit würden erstmals auf einem Schiff bis zu 50 Offiziersanwärter gleichzeitig in die Geheimnisse der Seefahrt eingewiesen. Von der zentralen Ausbildung profitieren vor allem kleine Reedereien. Die deutsche Seeschiffahrt klagt seit langem über einen großen Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften. Die Aufstiegschancen sind also sehr günstig.

*

In 35 „Job“-Büros vermitteln die Arbeitsämter in der Bundesrepublik Personal auf Zeit Im ersten Halbjahr 1971 suchten fast 42 000 Interessenten auf diesem Weg einen kurzfristigen Arbeitsplatz. Diese Tätigkeit der Arbeitsämter macht den privaten Vermittlern immer mehr Konkurrenz. Für den Arbeitgeber ist dieser Weg billiger, als wenn er einen privaten Verleiher in Anspruch nimmt.

*

Die Kosmetikerinnen sind mit der bisher rigen Ausbildung ihres Nachwuchses unzufrieden. Sie haben deshalb die staatliche Anerkennung als Ausbildungsberuf beantragt und ein verbindliches Berufsbild entworfen. Danach kann nur nach mindestens zwei Semestern Berufsfachschule und anschließendem Praktikum von einer ausreichenden Ausbildung gesprochen werden.