Welcher Trend zeichnet sich für die Herbstsaison ab? fragte ich Mr. Shruvel, den Chef der Interdiplo, in dessen Reise-Büro gerade Hochbetrieb herrscht. Mr. Shruvel wischte sich die Stirn, „Es ist wie verrückt, aber zur Zeit wollen alle nach...“

Das Telephon surrte. „Ja... Jerusalem? Also Helsinki streichen, inklusive Grenz-Picknick? Wollen Sie direkt nach Moskau? Auf keinen Fall? Da sind Sie heute schon der fünfte... umbuchen nach Karatschi... warum nicht gleich nach Peking? Nicht üblich, hm. Sie wissen, daß Peking restlos ausgebucht ist. Wie wär’s mit Taiwan? ... Ob ich was bin? Erlauben Sie mal! Gut, ich werde mal sehen...“

Er hing ein und seufzte: „So geht das hier dauernd. Seit Nixon ist Peking schwer ‚in‘. Politiker können ja so snobisch sein.“

„Äußern Ihre Peking-Kunden manchmal Sonderwünsche?“

„Manche packen Pingpongschläger ein und wollen, daß wir ihnen Spiele mit chinesischen Staatsmännern vermitteln. Wir lassen sie diskret wissen, daß die meisten von denen noch nie einen Schläger in der Hand hatten. Drei Kunden bestanden darauf, in einem Hospital zu wohnen, um China sozusagen von innen kennenzulernen. Sie wollten sich darum sogar ihre Mandeln rausnehmen lassen. Dann aber stahl ihnen lassen, Reston die Schau, und sie ließen, diese Operation streichen – wohl auch, weil sie hörten, Reston sei gefoltert worden.“

„Die Chinesen foltern ihre Gäste?“, rief ich erschrocken.

„Na ja, oder genadelt, das kommt ja wohl auf dasselbe raus.“