Ein blutiges Ende fand am vergangenen Mittwoch ein Banküberfall in München. Ein Bankräuber und eine Geisel, der 34jährige Hans Georg Rammelmayr und die knapp 20jährige Bankangestellte Ingrid Reppel, wurden dabei erschossen. Kurz vor 16 Uhr waren Rammelmayr und sein Komplize Dimitri Todorov in die Filiale der Deutschen Bank eingedrungen; sie behielten den Kassierer, zwei Angestellte und zwei Kundinnen als Geiseln.

Dann stellten sie ein Ultimatum: zwei Millionen Mark, Zusicherung freien Abzugs und die Bereitstellung eines Fluchtwagens. Andernfalls drohten die beiden, die sich als Angehörige einer „Roten Front“ bezeichneten, mit Rache an der Bevölkerung. Die Polizei riegelte den Bezirk völlig ab; die Bank besorgte nach einigen Verzögerungen das Geld. Um 23.40 Uhr wurde die Geisel Ingrid Reppel von dem Kassierer in das bereitgestellte Auto geführt. Sie nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Tausende von Schaulustigen, Film und Fernsehen wurden nun Zeugen eines Dramas: Kaum hatte sich der Erpresser Rammelmayr ans Steuer gesetzt, eröffnete die Polizei das Feuer. Rund 200 Schuß wurden abgegeben. Rammelmayr und Ingrid Reppel wurden tödlich getroffen. Einer Untersuchung zufolge soll der Gangster das Mädchen erschossen haben. Gleichzeitig drangen Polizisten in das Bankgebäude ein, wo sie nach einem Schußwechsel den zweiten Bankräuber festnahmen.

Die für den Schießbefehl Verantwortlichen, Oberstaatsanwalt Sechser, Polizeipräsident Schreiber und Bürgermeister Steinkohl, bekannten sich angesichts heftiger Kritik am Vorgehen der Polizei mehrfach zu ihren Einsatzbefehlen. Das Gangsterstück von München fand inzwischen Nachahmer: Bis Mittwoch dieser Woche ereigneten sich acht Banküberfälle, so in Gachsheim, Speyer, Frankfurt, Berlin, Altebrücke, Stade, Hannover und Budberg-Rheinberg.