Nach wie vor sind die USA in unserer Liste der hundert größten Industrie-Unternehmen der Welt das am häufigsten vertretene Land. Wie im vergangenen Jahr sind auch diesmal wieder 60 US-Firmen in der Tabelle enthalten. Diese unveränderte Zahl darf jedoch nicht über entscheidende Veränderungen im Vergleich zum letzten Jahr hinwegtäuschen.

Die ersten fünf Positionen sind gleich geblieben. Doch der Abstand in den Umsatzzahlen ist erheblich zusammengeschrumpft. Im letzten Jahr meldete General Motors einen Umsatz von 80,6 Milliarden Mark. Diesmal sind es rund 12 Milliarden weniger. Der Grund: Zwei Monate lang streikten die General Motors-Arbeiter.

In der Positionenveränderung des Flugzeugkonzerns McDonnell Douglas spiegelt sich die Lage auf dem Flugzeugbau-Sektor wieder. Boeing, wo im letzten Jahr die Verkäufe des Jumbo-Jets, Boeing 747 den Umsatz erhöhten, konnte seine Position verbessern und ist jetzt Branchenführer.

Unter den ersten 50 Unternehmen ist ein Newcomer besonders hervorzuheben: Greyhound. In unserer vorjährigen Tabelle war dieses Unternehmen noch nicht vertreten. Bis 1969 gehörte es in die Branche Dienstleistung. Doch im letzten Jahr fusionierte Greyhound, berühmt durch das von ihm betriebene amerikanische Busliniennetz, mit dem Nahrungsmittel-Konzern Armour & Co. Dieses Unternehmen stand in der Liste des vergangenen Jahres an 60. Stelle.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten sich die deutschen Unternehmen besser plazieren; außer dem Volkswagen werk, dessen Position unverändert blieb. Bei den anderen hat sich das Aufstiegstempo verringert: Siemens stieg im Jahre 1969 um 26 Plätze (1970 um 4 Plätze), Daimler-Benz um 25 (1970 um 7), Bayer um 24 (1970 um 8). Lediglich Hoechst konnte sich im letzten Jahr um dreizehn Plätze verbessern, gegenüber zehn Plätzen im Jahr zuvor.

Neu in der Tabelle sind für Deutschland Mannesmann und die Familien Quandt und Flick. Krupp hingegen mußte mit einem Umsatz von 6024 Millionen Mark „absteigen“.

Bei Betrachtung der Tabelle nach Branchen fällt auf, daß die USA praktisch alle Branchenführer stellen. Allein auf dem Nahrungsmittelsektor führt das holländisch-englische Unternehmen Unilever. Im Schiffbau liegt ein japanisches Unternehmen an erster Stelle: Minibishi Heavy Industries. Stetig vollzieht sich auch der Aufstieg der Japaner. Ihre Spitzenreiter konnten ihre Plätze im vergangenen Jahr wiederum verbessern. kde