Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann: Unbedingt:

„Fritz Busch dirigiert (II)“ – Mendelssohn-Bartholdy, Beethoven, Brahms; Symphonie-Orchester des Dänischen Rundfunks; Heliodor 2548 737, 10,– DM

Daß die Programmstrategen des Zehn-Mark-Repertoires nicht lediglich ausgediente Aufnahmen höherer Preisklassen neu eintüten können, demonstriert man bei Heliodor. Wie die erste Fritz-Busch-Platte (mit der 9. Beethoven-Sinfonie) entstammen die Aufnahmen der zweiten dem Kopenhagener Rundfunkarchiv. Diese Platte nun ist vollends eines der bedeutenden Dokumente aus der Interpretationsgeschichte unseres Jahrhunderts. Fritz Buschs funkelnder, kristallklarer, biegsamer, trotz allen Brios strenger Musizierstil korrigiert das Bild vom primär gefühlsaktiven deutschen Dirigenten.

Nach Möglichkeit:

Johann Sebastian Bach: „Matthäus-Passion“; Schreier, Adam, Stolte, Burmeister, Dresdner Kreuzchor, Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig, Leitung: Rudolf Mauersberger; Eurodisc 80613 XK, 48,– DM

Ein schrofferer Gegensatz als der zwischen Nikolaus Harnoncourts halbwegs penibel an der Aufführungspraxis der Generalbaß-Zeit orientierter Einspielung (Telefunken) und Rudolf Mauersbergers kantoralem Bach-Vermächtnis ist nicht denkbar. Hier ist einem zumute wie im Falle englischer „Messias“-Aufführungen: Die Kompetenz einer jahrhundertealten, nicht eigennützigen und nicht eigensinnigen Auseinandersetzung mit der Komposition behauptet sich neben der Zuständigkeit des modernen Historismus. Diese Dresdner Aufnahme – in den Solo-Stimmen teils allzu bescheiden besetzt – zeigt eine sakrale Würde wie keine andere neben ihr.

Vielleicht: