Die Einigung vom April zeigte in der vergangenen Woche erste Früchte: Auf der Genfer Abrüstungskonferenz legten die USA und die Sowjetunion einen achtseitigen, im Wortlaut identischen Vertragsentwurf über ein „Verbot der Verwendung, Entwicklung, Herstellung und Lagerung biologischer Waffen“ vor. Vorhandene B-Waffen sollen vernichtet werden; eine Kontrolle ist allerdings nicht vorgesehen.

Ferner erklären die Großmächte ihre Absicht, in Verhandlungen über ein Verbot chemischer Waffen einzutreten. Sie haben damit einen Kompromiß geschlossen. Moskau verzichtete darauf, biologische und chemische Waffen in einem einzigen Vertrag zu verbieten, wogegen sich Washington gesträubt hatte. Die USA kommen Moskau mit der Bereitschaft entgegen, anschließend über C-Waffen (worunter nach sowjetischer Ansicht auch Tränengas und die in Vietnam verwendeten Entlaubungsmittel fallen) zu verhandeln.

Der Entwurf soll im Herbst der UN-Vollversammlung zugeleitet werden. Der UN-Sicherheitsrat ist zugleich als Beschwerdeinstanz vorgesehen. Die USA werden außerdem das Genfer Protokoll von 1925 ratifizieren, das die Verwendung von B- und C-Waffen verbietet.