Der Irwin soll den Bohrer herumreißen – so mit einem Rück – dann läuft er wieder! – Mit Gefühl auf das Bohrgestänge klopfen. Das hilft!

Die Ratschläge werden dankend entgegengenommen, Erfindergeist dringt aus dem Hörer: neue Bohrkonstruktionen, Verbesserungsvorschläge. Wie gut haben es die Astronauten Irwin und Scott, die in Ruhe ihr Loch in den Mond bohren dürfen. Unterdessen wird die „ZDF-Zuschauer-Redaktion Apollo 15 bestehend aus vier Telephonen und deren Bedienung, vom Echo auf das jüngste Raumfahrtereignis einfach überspült: mehr als 10 000 Gespräche (und zahlreiche Beschwerden beim Störungsdienst über den ständig belegten Anschluß).

Sagen Sie Houston, der Junge soll doch vorsichtiger sein, bittet eine besorgte Zuschauerin, als Irwin (der Junge ist immerhin 41) zum zweitenmal stolpert.

Bei allen technischen Superlativen und atemberaubenden Computerleistungen gipfeln die größten Unternehmen der Weltraumfahrt in einer fast rührenden Schau: Eingemummt wie Gürteltiere, schaufelnd, schwitzend und schimpfend hüpfen zwei Männer tollpatschig umher – und stolpern. Das macht sie liebenswert und sehr menschlich. Entsprechend die vielen Anfragen: ... und wenn sie niesen müssen! ... und wenn es sie juckt, können sie sich kratzen?

Eine beängstigende Vorstellung: Mutterseelenallein in einem Raumschiff zig-Male um den öden Mond zu kreisen – ohne Fernsehen, ohne Sessel, ohne Bier. So häufen sich denn auch die fürsorglichen Rufe: Wie geht es dem dritten Mann in der Kapsel? Berichtet vom Raumschiff, laßt Worden nicht so allein!

Und dann jene Frage, die einem Kollegen den internen Namen Mister Fäkal einträgt: Genau 1134mal schnurrt er seine Aufklärungen über Röhrchen und Plastikbeutel herunter. Denn genau 1134mal kommt aus dem Hörer die verschämte Frage, wie denn die Astronauten ihre Notdurft verrichteten. Aber während kosmische Partikel oder Gravitationsanomalien ohne Stocken durch die Leitung sprudeln, scheinen Kot oder Urin unaussprechlich. Die abenteuerlichsten Umschreibungen: Wie gehen die Zwangsausscheidungen der Astronauten vor sich? – Wenn die auf dem Mond mal müssen, dann geht doch die Luft raus, oder? – Hier ist der Peter aus Bremen, mein Papi läßt fragen, wie die Astronauten ein Ei legen.

Wenn sie in eigener Sache anrufen, sind Kinder die angenehmsten Gesprächspartner. Sie üben sich nicht in Telephonrhetorik, aber ihre Anfragen – meist nur aus einem Satz bestehend – haben es in sich: Warum gibt es auf dem Mond keine Luft? – Warum sind die Mondberge rund? – Wie bekomme ich ein Autogramm von Scott, Irwin und Worden?