Für Fonds mit überwiegend deutschen Werten war die Juli-Entwicklung günstig. Sie erzielten Wertsteigerungen, die in der Regel zwischen 4 und 5 Prozent lagen. Ein Sonderfall war Adiverba mit einem Plus von 5,7 Prozent. Dieser Spezialfonds profitierte von der festen Tendenz der Bank- und Versicherungsaktien, auf die er sich laut Satzung konzentrieren muß. Je mehr ein deutscher Fonds auch kleinere deutsche Spezialwerte im Vermögen hatte, um so gewinnträchtiger konnte er den Juli abschließen. Die von einigen Fonds-Managern vertretene These, man solle sich wegen der besseren Übersicht nur auf wenige Papiere beschränken, ist zwar recht stolz, aber eben nicht für jede Börsenphase richtig. Wer sich in den vergangenen Monaten die Mühe machte, den Markt der Lokal- und Spezialaktien exakt zu analysieren, hat manches Papier gefunden, an dem sich etwas verdienen ließ.

Die international investierenden Fonds litten im Juli überwiegend unter den Wall-Street-Rückschlägen. Je größer der Anteil amerikanischer Aktien am Fonds-Vermögen, um so empfindlicher waren die Verluste. Teilweise wurden sie noch erhöht durch den steigenden Mark-Preis. Das Amerika-Portefeuille macht den Fonds-Managern erhebliche Sorgen. Die US-Aktien sollten in diesem Jahr zu „Reißern“ werden; es gibt Fonds, deren Vermögen zu mehr als 50 Prozent in US-Aktien angelegt war. Ein Beweis dafür, wie schwierig es auch für Experten ist, regionale Börsenentwicklungen richtig vorauszusehen.

Das sollten sich jene Fonds-Vertreter immer wieder vor Augen halten, die mit der Internationalität ihrer Fonds-Anlagepolitik werben. „Wir investieren jeweils dort, wo die Börse Gewinne verspricht“, ist ihre These. Aber auch hier gilt: Zwischen Werbung und Wirklichkeit liegt ein tiefer Graben.

Trotz einiger im Juli eingetretener Verluste haben alle in unserer Tabelle verzeichneten Fonds in diesem Jahr ihre „schwarzen Zahlen“ verteidigen können. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß das „Verdienen“ für den Anleger – wenn man die steuerliche Seite außer acht läßt – erst über 5 Prozent, also oberhalb der Mark-Entwertungsquote, beginnt.

Jahresspitzenreiter ist der schon erwähnte Adiverba, Nutznießer der Bank- und Versicherungsaktien-Hausse der letzten Wochen. Dann folgen mit einem Abstand von nur rund 1 Prozent Unifonds, Fondak und Adifonds, alles Fonds mit ausschließlich oder überwiegend deutschen Aktien.

Die Rentenfonds litten im Juli unter der Schwäche des deutschen Rentenmarktes. Sie hatte im Juni eingesetzt, als die Kreditinstitute als Folge der Liquiditätsanspannung damit begannen, ihre eigenen Rentenportefeuilles zu verringern. Erstmals seit März 1970 haben Ausländer im Juni 1971 mehr deutsche Renten verkauft als erworben. K. W.