Die Manager in deutschen Unternehmen haben keinen Grund zur Klage. Im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen können sich ihre Einkommen durchaus sehen lassen. Nur in Frankreich und in der Schweiz könnten sie mit einem höheren Salär rechnen.

Zu diesem Schluß kommt eine Analyse des Management Centre Europe (mce) in Brüssel. Das Institut befragte mehr als 4000 Spitzenverdiener in 837 europäischen Unternehmen verschiedener Größe. Resultat der Manager-Enquete: In Frankreich wird für Spitzenleute am meisten bezahlt, in Großbritannien am wenigsten. So verdient zum Beispiel ein Generaldirektor in England 37 000 Mark weniger pro Jahr als in einem französischen Unternehmen.

Im vergangenen Jahr stiegen die Manager-Gehälter am stärksten in Frankreich (13 Prozent), wo sie auch zuvor schon am höchsten waren. Unsere Nachbarn hatten aber auch die kräftigste Teuerungswelle zu verkraften. Zieht man die Inflationsrate von den Gehaltserhöhungen ab, so halten beim Vergleich der realen Zuwachsraten Italiens Bosse die Spitze vor der Bundesrepublik:

  • Italien: 8,4 Prozent
  • Bundesrepublik: 8 Prozent
  • Schweiz: 7,2 Prozent
  • Frankreich: 6,5 Prozent
  • Niederlande: 6,2 Prozent
  • Großbritannien: 5,8 Prozent
  • Belgien: 5,4 Prozent

Belgien bildet auch dann das Schlußlicht, wenn man lediglich die nominellen Einkommensverbesserungen vergleicht.

Der Vergleich von Chef-Gehältern in Europa zeigt eine verblüffende Gleichheit der betrieblichen Hierarchie: Die Stellung der einzelnen Abteilungen in der Einkommenspyramide ist fast überall identisch. So rangieren Verkauf und Produktion eindeutig vor den Abteilungen Finanzen und Forschung.

Überraschend schlecht kommen die Personalchefs weg. Sie halten zusammen mit den Leitern der Einkaufsabteilung das Ende der Einkommensleiter. In Frankreich und Italien werden sie von allen Spitzen-Managern eindeutig am schlechtesten bezahlt.