Glasflaschen und Kuhmist gehören zum häufigsten und am schwersten zu beseitigenden Umweltschmutz. Beide fallen jedes Jahr zu Tausenden von Tonnen an und werden nur zu einem sehr geringen Prozentsatz wieder einer Verwendung zugeführt. Ein Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles, Professor John Mackenzie, hat nun ein wirtschaftliches Verfahren entwickelt, das diesen Abfall zu einem universal verwendbaren Schaumkeramik-Baustoff kombiniere. Das neue Material eignet sich besonders zur Herstellung von Mauer- und Dachziegeln, Wasserrohren, Behältern aller Art und Flaschenpropfen. Einige Vorteile des bisher namenlosen Produktes: gute Hitze- und Lärmisolierung, Wasser- und Gasdichtigkeit und Feuerfestigkeit; es kann bemalt, glasiert, angebohrt und gesägt werden, außerdem kann man Stücke des Baustoffes zusammenkleben oder aneinandernageln.

Der Werkstoff ist auch billig und leicht herzustellen. Er besteht zu etwa 10 Prozent aus Kuhmist und zu 90 Prozent aus pulverisiertem Glas und wird in drei Hauptproduktionsstufen erzeugt:

  • Der Kuhmist wird pulverisiert und in einem sehr einfachen Prozeß zu einem gänzlich schwarzen Pulver umgewandelt.
  • Der präparierte Kuhmist, der später die Funktion des Schäumungsmittels übernimmt, wird mit dem Glaspulver vermengt. Metallringe und Papieretiketten brauchen dazu nicht von den Glasbehältern entfernt zu werden.
  • Das Gemisch wird in Behälter der gewünschten Form eingefüllt und bei verhältnismäßig niedriger. Temperatur verschieden lange erhitzt – je nachdem, welches spezifische Gewicht der Baustoff besitzen soll. Das Gewicht kann auf diese Weise zwischen einem und zwei Gramm pro Kubikzentimeter variiert werden, so daß das Endprodukt in Wasser entweder schwebt oder sinkt. C. D.