Hervorragend:

„Little Big Man“, von Arthur Penn. „Der Tod in Venedig“, von Luchino Visconti.

Im Fernsehen: „Nosferatu“ (Deutschland 1922), von F. W. Murnau (West III am 20. August). Der Klassiker des Stummfilms – neben „Caligari“ und „Mabuse“ der berühmteste deutsche Film überhaupt – gehört zu jenen. Werken, die aktiv Filmgeschichte gemacht haben. Es gibt keinen Vampirfilm, der nicht an „Nosferatu“ (neben der angloamerikanischen „Dracula“-Tradition) geschult wäre. Gemessen an modernen Horrorfilmen wirkt „Nosferatu“ gelegentlich bieder, wenn man sich nicht vergegenwärtigt; daß hier eine subkulturelle Überlieferung zum erstenmal kunstfähig wurde und die Ängste der Epoche parabelhaft signalisierte. – PWJ

„Früher Frühling“ (Japan 1956), von Yasujiro Ozu (ZDF am 23. August).

Sehenswert:

„Keiner killt so schlecht wie ich“, von Elaine May. Was macht ein reicher, weiberhassender Lebemann, wenn er plötzlich verarmt? Er angelt sich ein superreiches Mauerblümchen. Die erweist sich als tüchtige Amerikanerin und zwingt durch rührende Hilflosigkeit den Mann zurück auf den Tugendpfad ehrbarer Arbeit. Elaine May – Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin – liefert eine tückische Komödie voll brillanter Dialoge. Auch wenn die Handlung bisweilen so betont widerwillig dahintrottet wie Walter Matthau durch New York, ist das eine amüsante Unterhaltung. „Denkt bloß nicht, daß wir heulen“, von Stanley Kramer. „Spiel dein Spiel und töte, Joe“, von Leopoldo Savola.

Im Fernsehen: „Das Fest ist aus“ (Argentinien 1960), von Leopoldo Torre Nilsson (ZDF am 24. August). Torre Nilsson ist einer jener bedeutenden Filmregisseure, deren Werk uns praktisch nur mit Hilfe des Fernsehens zugänglich gemacht wird, und es ist einer der seltenen Fälle, in denen die Umsetzung von der Leinwand auf den Bildschirm kaum qualitätsverändernd wirkt. Denn fast alle Filme des Argentiniers sind „Kammerspiele“ mit einer Bevorzugung von Interieurs sowie halbtotalen und nahen Einstellungen. Der Film, von der argentinischen Regierung seinerzeit mit Verbot bedroht, nimmt den Konflikt zwischen Enkel und Großvater zum Anlaß, lateinamerikanische Bourgeoisie kritisch Zu denunzieren – freilich: von der Dekadenz fasziniert.