In der Bundesrepublik gibt es drei Millionen Hunde. Wird der Dreck, den sie hinterlassen, zu einem Umweltproblem?

Hamburg

Auch die Hamburger werden langsam umweltbewußter. Seit einer der ihren, der Reeder und Tanzmeister Bornhold für schuldig befunden wurde, den Rhein verschmutzt zu haben, fassen sie die Leinen ihrer Hunde kürzer. Zumindest sollten sie es tun, ginge es nach dem Hamburger Rechnungshof oder Frau Käsebier, die in der Welt die von Hunden verschmutzten Straßen beklagte.

Kein Zweifel, auch Hamburgs Hunde machen Dreck. Die Liegewiesen an der Alster sind zu einem Hydepark für Hunde geworden, ein Treffpunkt für die vornehmen Vierbeiner aus dem piekfeinen Pöseldorf. Ebenso ist der einst so schöne Spazierweg in Ovelgönne, alte Kapitänshäuser auf der einen, stinkende Elbe auf der anderen Seite, nur noch für Trapezkünstler geeignet: ein Hundehaufen am anderen. Ganz zu schweigen von den verschmutzten Spielplätzen oder Sandkisten für Kinder.

Die Finanzbehörde lächelt zu alledem süßsauer. Die Hundesteuer beträgt in der Hansestadt 60 Mark im Monat (Gesamtaufkommen bei rund 42 000 Hunden 2,4 Millionen Mark, Verwaltungsaufwand 10 Prozent). Die Hundesteuer gilt als „Abwehrsteuer“ und hat, so meint der Senat, sich als solche bewährt. Von Jahr zu Jahr gibt es weniger Hunde, eine Hundeexplosion sei nicht zu befürchten. Der anfallende Dreck fällt naturgemäß nicht in die Kompetenzen der Finanzbehörde. Die Polizei könnte nach den Ordnungsvorschriften den Hundehaltern eine Buße aufbrummen, wenn diese ihre Tiere ungeniert zum Geschäft auffordern. Aber auch hier liegt das Problem wie bei der Verfolgung von Bankräubern: Man müßte sie erst erwischen.

Das New Yorker Beispiel, wo die Hundebesitzer angehalten werden, mit Schaufel und Plastiktüte ihren Vierbeinern nachzurennen, hat bislang in der Bundesrepublik noch kein Echo gefunden. Noch sind in Deutschland die Hundefreunde in der Überzahl. Und die, die wagen, den Hund als Umweltverschmutzer zu denunzieren und den täglich anfallenden Hundedreck (in der Bundesrepublik rund 6000 Zentner bei drei Millionen Hunden) addieren, müssen sich sagen lassen, sie seien herzlos. v. K.