• Nordirland

Nach schweren Kämpfen, die 26 Menschenleben forderten, war zu Wochenbeginn in Ulster wieder relative Ruhe eingekehrt. Der gewaltsame Widerstand gegen die protestantische. Regierung in Belfast wurde von einer Kampagne des zivilen Ungehorsams abgelöst, zu der Katholiken, Sozialisten, Bürgerrechtskämpfer und der gemäßigte Flügel der Irischen Republikanischen Armee, die „Offiziellen“, aufgerufen hatten. Bernadette Devlin, 24jährige katholische Unterhausabgeordnete, forderte ihre Glaubensbrüder auf, keine Steuern und Mieten mehr zu bezahlen. Der radikale IRA-Flügel will dagegen Terror und Gewalt auf das englische Festland tragen. Nach ihren Angaben war die Internierungsaktion nur ein „erfolgloser Nadelstich“.

Eine politische Lösung des Konflikts ist auch nach dem Londoner Besuch des irischen Außenministers Hillery nicht in Sicht. Die Beziehungen zwischen Belfast und Dublin haben nach gegenseitigen Beschuldigungen einen neuen Tiefpunkt erreicht.

  • Nahost

Der Zwist im arabischen Lager hat mit militärischen Aktionen an der syrischjordanischen Grenze einen neuen Höhepunkt gefunden. Damaskus brach als drittes Land – nach Libyen und Algerien – die diplomatischen Beziehungen mit Amman ab, nachdem es am vergangenen Freitag zu Kämpfen mit jordanischen Truppen gekommen war. Dabei blieb offen, ob auf syrischer Seite Regierungstruppen oder aus Jordanien geflohene Palästinenser, denen dann später syrische Truppen zu Hilfe kamen, das Feuer eröffneten.

Ägypten und Saudi-Arabien schalteten sich sofort vermittelnd in – den Konflikt ein, der am Wochenende mit einem Kompromiß vorläufig beigelegt werden konnte.

Ebenfalls am Freitag erklärte der ägyptische Staatspräsident Sadat vor Geheimdienstmitgliedern, „ein bitterer, grausamer Krieg mit Israel sei unvermeidlich“, falls nicht bis Ende des Jahres eine Lösung gefunden werden könne. Am Wochenende lief die Frist ab, die Sadat Washington gesetzt hatte, seine Haltung im Nahost-Konflikt angesichts der israelischen Unnachgiebigkeit festzulegen.