Zusammengestellt von Erhard Kortmann

Von Wolfram Siebeck

Der Verbrauch von echtem Kaviar in der Bundesrepublik ist im vergangenen Jahr erheblich zurückgegangen: um rund 28 Prozent. So stand es kürzlich in der Zeitung, und alle, die sich Gedanken über. unsere Umwelt machen, waren schockiert. Denn irgendwo mußten sie ja sein, die 28 Prozent; und dann kam auch schon die Hiobsbotschaft: Auf Nordrhein-Westfalens prominentester Müllhalde fanden Umweltschützer über 5000 Dosen mit reinem Malosol-Kaviar.

Wie man weiß, ruft Malosol-Kaviar, wenn er mit trockenem Champagner in Verbindung gebracht wird, beim Menschen schwere Gleichgewichtsstörungen hervor, die tödlich sein können, wenn der Mensch davon auf der Dachkante des Mannesmann-Hochhauses in Düsseldorf befallen wird.

Von der Fundstelle in Hösel, dem bevorzugten Villenvorort Düsseldorfer Industriemanager, führte eine direkte Spur zum Täter. Generaldirektor O. gab offen zu: „Wir konnten das Zeug nicht mehr sehen. Kaviar schon zum Frühstück, Kaviar bei jedem Geschäftsessen, auf jeder Party – von der Steuer war er auch längst abgesetzt – da habe ich ihn einfach abtransportieren lassen.“