Am Freitag, dem dreizehnten, notierte der US-Dollar am deutschen Devisenmarkt auf seinem bislang tiefsten Stand. Für die Mark bedeutete das einen Aufwertungseffekt von acht Prozent. Bei Termingeschäften erreichte der Aufwertungssatz sogar neun Prozent. Für die deutsche Exportindustrie ist das ein harter Brocken. Neben dem binnenwirtschaftlichen Kostenauftrieb muß sie nun auch noch weitere acht bis neun Prozent Aufwertung verkraften.

Freuen sollten sich eigentlich die deutschen Verbraucher. Importwaren – vor allem im Konsumgüterbereich – werden nach der Kursfreigabe billiger werden – so hatte es Karl Schiller ihnen versprochen. Doch bisher warten die Konsumenten vergebens.

Die deutschen Importeure, so scheint es, wirtschaften den Aufwertungsgewinn in die eigene Tasche. Gewiß, auch sie haben mit den Kostensteigerungen im eigenen Lande zu kämpfen, aber diesen Ärger teilen sie mit allen anderen Unternehmen. Wichtiger ist wohl, daß sich Verbrauchsausgaben auf hohem Niveau gehalten haben. Deshalb sehen Handel und Importeure keinen Grund, ihr Scherflein zur Preisstabilität beizutragen und den Aufwertungsvorteil an den Kunden weiterzugeben. In der Praxis sind die Folgen einer Aufwertung eben manchmal anders als in der Theorie. gf