Die Risiken beim Erwerb von Grundstücken in Übersee

Von Kai D. Eichstädt

Es spricht sich langsam herum: Nur ein Bruchteil derer, die sich für den Kauf eines Immobilienobjekts im Ausland entschieden haben, sind mit ihrer Erwerbung glücklich geworden. Zahllose Käufer ließen sich von der „ewig“ lachenden Sonne zu Käufen überreden, deren Folgen sie erst im Laufe der kommenden Jahre zu spüren bekommen. Überraschend groß ist der Anteil von Käufern, die ein Ferienhaus oder ein Appartement nicht bar bezahlen, sondern über langfristige Finanzierungsabmachungen abzahlen. Sie verstoßen dabei nicht selten gegen den Grundsatz, daß eine Investition im Ausland nur mit solchem Kapital vorgenommen werden sollte, das der Anleger echt entbehren, das er im Notfall sogar zu hundert Prozent abschreiben kann.

Dieser Grundsatz gilt ausnahmslos für alle Immobilienanlagen im Ausland. Sei es beim Zwei-Zimmer-Appartement auf Mallorca oder beim Ferienhaus auf einer der kanarischen Inseln. Insbesondere sollte dieser Grundsatz für Immobilien-Anlagen in überseeischen Ländern beherzigt werden. Welche Risiken gerade beim Kauf derartiger Immobilien bestehen, zeigen nachfolgende Beispiele:

Eine phantastische Gelegenheit bietet die Duisburger „Internationale Interessenvertretung“ Werner Raaymann an. Sie vertritt unter anderem auch die Interessen für die „Northvale Corporation, Beverly Hills, California“. Diese amerikanische Immobilien-Gesellschaft will in Deutschland Grundstücksparzellen im kalifornischen „Sun-Valley“ verkaufen.

Tatsächlich ist das Angebot auf den ersten Blick verlockend. In Kalifornien, im „Goldenen Westen“ der Vereinigten Staaten soll man für weniger als eine Mark einen Quadratmeter Land erwerben können. Sieht man sich jedoch das „phantastische“ Angebot genauer an, so verliert es rasch an Glanz.

Es fängt damit an, daß die Angebotsbeschreibung in offensichtlicher Unkenntnis der geographischen Gegebenheiten zusammengeschrieben wurde. Da ist vom Sun Flower Valley die Rede, das 40 Meilen südwestlich von Bakersfield liegen soll. Macht man sich die Mühe, diese Aussage mit der beigefügten Landkarte zu vergleichen, so findet man wohl das fragliche Parzellen-Gelände, allerdings nicht südwestlich von Bakersfield, sondern ziemlich genau 40 Meilen nordwestlich von Bakersfield.