Sehr teuer in London

Wer von der Bundesrepublik aus an der Londoner Börse lediglich für 50 Pfund Aktien kauft, muß nach einer Aufstellung der Württembergischen Landeskommunalbank – Girozentrale – für den Erwerb 10,2 Prozent Spesen zahlen und für den Verkauf 9,2 Prozent. Dazu kommen für die Dienste der eigenen Bank in Deutschland noch einmal rund 1,1 Prozent. Das Resultat: Erst wenn die erworbene Aktie um mehr als 20 Prozent gestiegen ist, beginnt für den deutschen Erwerber das Verdienen. Da die Spesen bei höheren Beträgen geringer werden, versuchen einige Kreditinstitute, möglichst viele Kunden für die gleiche englische Aktie zu interessieren und sie später auch gleichzeitig zum Verkauf zu bewegen. Am billigsten sind Börsengeschäfte in der Schweiz.

Hat Fridolin recht?

Der einzige Börsenastrologe Europas, Fridolin Nauer, sagt für Wall Street von Mitte August bis zum 14. September kräftig steigende Kurse voraus. Diese Prognose veröffentlichte Fridolin, wie der Astrologe schlicht in Börsenkreisen genannt wird, schon Anfang August. Störungen soll es in Wall Street am 23. und 31. August sowie zwischen dem 9. und 10. September geben. Dann rät Fridolin: Amerikanische Aktien verkaufen. Zum Einsteigen läutet er am 12. Oktober, weil bis Mitte November ein Zwischenhoch wirksam sein wird. Für Dezember sagt Fridolin „ziemlich rückläufige Kurse“ voraus.

Weniger Hapag-Lloyd-Dividende?

Die Ausführungen des Hapag-Lloyd-Vorstandes auf der jüngst abgehaltenen Hauptversammlung waren ein einziges Klagelied. Allerdings blieb offen, ob mit diesem Pessimismus der Boden für eine weitere Dividendenkürzung vorbereitet werden sollte. Für 1970 erhalten die Aktionäre nur noch 7 Prozent, nachdem sie – als die Reedereien noch getrennt waren – ein Jahr zuvor 10 Prozent erhalten hatten. Der Hapag-Lloyd-Kurs wird indessen weniger von der Dividende als vielmehr von der nach wie vor guten Ertragskraft der Reederei bestimmt, deren Geschäftspolitik auf Selbstfinanzierung ausgerichtet bleibt.

So kann man stehlen ...

Der Deutsche Wirtschaftsbrief – er steht in Verbindung mit dem in Hamburg erscheinenden Hanseatischen Börsendienst – veröffentlicht jetzt ein System, nach dem sich „todsicher“ Warenhausdiebstähle ausführen lassen: „Man kaufe für 50 Mark Waren im Selbstbedienungsladen, zahle ordnungsgemäß und verschwinde mit den Sachen unter Mitnahme des Kassenbons. Man kehre sofort mit der leeren Einkaufstüte zurück; fülle die Tüte akurat mit den gleichen Waren, wie vorher bezahlt, und kaufe noch ein Pfund Butter extra. An der Kasse zahle man nur die Butter. Der Verkäuferin sage man leger: „Ach, ich hatte nur die Butter vergessen, hier ist der Kassenbon für die anderen Waren.“ Dies ist kein Tip zum Nachmachen, sondern ein Hinweis für Ladeninhaber auf solche „Maschen“ zu achten.