Jeder Mensch schafft sich im Geiste eine Welt, in der er seinen Fähigkeiten nach im Mittelpunkt steht. Kurt Tucholsky

Geisterspur gesucht

Einem der prominentesten und beharrlichsten englischen Geister soll auf die Spur gekommen werden: Es handelt sich um „Herne, den Jäger“, der seit den Zeiten Heinrichs VIII. im Park von Windsor herumspukt. Mitte der dreißiger Jahre soll das Gebell seiner Hundemeute zum letzten Mal vernommen worden, sein, aber noch heute erhält die Bezirksbibliothek von Windsor regelmäßig Briefe aus aller Welt, in denen nach Einzelheiten über Herne gefragt wird. Der Brite Michael Thornton mochte deshalb die Biographie des Geistes schreiben und bittet jeden um zweckdienliche Angaben, der jemals im Park von Windsor gepicknickt und dabei einen gehörnten alten Mann gesehen hat. Die bisher detaillierteste Schilderung von Herne stammt von Shakespeare und ist in den „Lustigen Weibern von Windsor“ zu finden: „Man hat ein Märlein, daß der Jäger Herne – / von alters Förster hier im Windsorwald – / Im ganzen Winter jede Mitternacht / Um eine Eiche geht mit großen Hörnern. / Dann schädigt er den Forst, behext das Vieh... Sollte ein deutscher Tourist Erfahrungen mit oder Theorien über Herne haben: Die Adresse von Mr. Thornton ist 38 A Welbeck Street, London W 1.

Kitsch raus und Kunst rein

Zehntausend Mark hat der Rat von Bergkamen zur Verfügung gestellt, um den Kitsch, der sich in den guten Stuben der Stadt angesammelt hat, raus- und Kunst reinzuzwingen. Im Rahmen eines Bilder-Bazars, der vom 16. bis 25. September stattfindet und im Verlaufe dessen in 60 Schaufenstern der Stadt 36 Ruhrgebietskünstler ihre Werke ausstellen, können in einem „Schinkenbasar“ säende Bauern, Meereswogen und Alpenglühen gegen Originalgraphik ausgetauscht werden.’Zur Vervollständigung des Programms schlagen wir vor, nach Beendigung der Aktion eine Ausstellung des eingetauschten Kulturgutes zu veranstalten.