Von Dietmar Merten

Die Neuordnung von Bildung und Ausbildung in der Bundeswehr drängt.“ Das schreibt Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt im Vorwort des jüngst veröffentlichten Berichts der Bildungskommission seines Ministeriums. Mit anderen Worten: Bildung und Ausbildung beider Bundeswehr hinken hinter dem Fortschritt her. Die Statistiken über Personalstand und -bedarf der Streitkräfte zeigen deutlich, warum auch beim Militär eine Bildungsreform unerläßlich ist.

Wehrpflichtige in die Kasernen zu bekommen, ist – trotz der Verweigerungswelle – kein Problem. Und es macht auch keine allzu großen Schwierigkeiten, Berufssoldaten anzuwerben. Die Lücke besteht bei den Zeitsoldaten. Der Bundeswehr fehlt knapp die Hälfte der benötigten Vier- bis Zwölf-Jahres-Soldaten: Mannschaftsdienstgrade für Spezialistenjobs; Unteroffiziere, die als Feldwebel in Wirtschaft oder Verwaltung abgehen; Offiziere, die mit den drei Hauptmannssternen den Dienst quittieren.

Jungen Leuten soll künftig der zeitweilige Dienst bei Heer, Luftwaffe und Marine schmackhafter gemacht werden. Das hat die Bildungskommission beim Verteidigungsministerium in ihrem Gutachten mit Nachdruck gefordert. Der Staat will deshalb sein Angebot an Ausbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten in- undaußerhalb der Kasernen noch vergrößern. So kann sich jeder Zeitsoldat auf Kosten des Bundes Kenntnisse aneignen, die ihm das Weiterkommen im Zivilberuf erleichtern.

Die Hochschulen der Bundeswehr, von denen in letzter Zeit so oft die Rede war, stehen dabei nicht im Vordergrund. Vor allem Unteroffiziersdienstgraden will die Bundeswehr beruflich mehr bieten. Kern der Vorschläge ist eine breitere berufliche Fachausbildung, die sich über die gesamte-Dienstzeit erstreckt. Heute wird sie in der Regel erst unmittelbar vor der Rückkehr ins Zivilleben nachgeholt.

Die Tätigkeit von Zeitsoldaten erschöpft sich dennoch nicht in sturem Kommißdrill. Wer auch in der Kaserne den nötigen Elan dazu aufbringt, der kann schon seit Jahren auf Kosten des Steuerzahlers im Rahmen des Militärdienstes seine Gesellen- oder Technikerprüfung ablegen oder den Meisterbrief erwerben. ...

Bisher findet Fachausbildung während der Wehrdienstzeit aber nur statt, wenn eine fachbezogene Verwendung in der Truppe möglich ist. Und Soldaten auf Zeit werden zu Abschlußprüfungen in anerkannten Ausbildungsberufen nur dann zugelassen, wenn das Verteidigungsministerium die Voraussetzungen für eine solche Prüfung bescheinigt. Bisherige Regel sind die „Maßnahmen zur Erhaltung der Berufsverbundenheit“.