Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

György Ligeti: „Kammerkonzert/Ramifications / 10 Stücke für Bläserquintett / Artikulation“; Ensemble „die reihe“ (Leitung: Friedrich Cerha), Südwestfunk-Orchester (Leitung: Ernest Bour), Kammerorchester des Saarländischen Rundfunks (Leitung: Antonio Janigro); Wergo 60059, 25,– DM

Der Ungar-Österreicher Ligeti sucht weiter in Richtung Klangfarben-Brechungen: Dicke Farbflächen werden aufgelockert, mit feinen Rissen durchzogen, schattiert; zwei um einen Viertelton gegeneinander verstimmte Orchester, virtuose Einsprengsel auf solistischen Instrumenten, elektronisch erzeugte Klänge mit Sprach-Charakter. Sorgfältige Aufnahmen deutscher und österreichischer Funkhäuser. Die Interpreten könnten nicht kompetenter sein.

Nach Möglichkeit:

Giuseppe Verdi: „Don Carlos“; Caballé, Verrett, Domingo, Raimondi, Milnes u. a., Leitung: Carlo Maria Giulini; Electrola 191-02149/52, 68,– DM

Eine neue Verdi-Generation: Sie hat es schwer, gegen die Kraft und Dramatik der Tebaldi-Bergonzi-Ghiaurov und das Brio Soltis (Decca) anzusingen, aber sie schafft es – einwandfreie Technik vorausgesetzt – über die unterkühlten Nuancen und eine Art „größerer Wahrscheinlichkeit“ der Interpretation; etwas wie ein räsonables Musiktheater entsteht, das eine Menge Opern-Peinlichkeiten vermeidet.

Vielleicht: